Orschel-Hagen-Brief Februar - März 2021

Liebe Leserinnen und Leser
Corona in Jubilate V
Neuer Nachbar
Sie haben etwas für uns übrig
Endlich: Instandsetzung des Daches der Jubilatekirche
Heiligabend in Jubilate war einfach super!!!
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Liebe Leserinnen und Leser

Ich habe mir mal überlegt, warum wir in unseren Breitengraden eigentlich Fastnacht und Karneval feiern.

Da ist natürlich das kirchliche Element. Schon die Begriffe Fastnacht und Karneval deuten darauf hin, dass es mit der Fastenzeit zu tun hat. In der ab Aschermittwoch siebenwöchigen Fastenzeit vor Ostern war und ist in vielen christlichen Konfessionen der Genuss bestimmter Speisen, vor allem von Fleisch, nicht erlaubt. Daher stehen vor dem Beginn der Fastenzeit das ausgiebige Essen und Feiern im Mittelpunkt der Fastnacht. Karneval „Carne vale“, kann man mit „Fleisch lebe wohl“ übersetzen, hat also die Abstinenz von selbigem während der kommenden Wochen im Blick.

In manchen Gebieten Baden-Württembergs ist die alemannische Fastnacht zu Hause. Diese geht auf vorchristliche Bräuche des germanischen Stammes der Alemannen zurück. Mit Masken, Lärm und Schabernack sollen die bösen Geister des Winters vertrieben werden, damit es bald Frühling werde. Die Kostüme mit ihren aus Holz geschnitzten Masken sind Einzelanfertigungen nach traditionellen Vorbildern und daher sehr wertvoll. Neben den Masken gibt es aber auch die Verkleidung. Darin drückt sich das urmenschliche Bedürfnis nach Veränderung aus. Der Wunsch, jemand anders zu sein oder in einer anderen Zeit zu leben, etwas machen oder darstellen zu können und zu dürfen, was man sonst nicht kann oder darf, kann in der Fastnacht für einen kurzen Zeitraum erfüllt werden.

Die wohl bekannteste Figur der Fastnacht ist sicherlich der Narr. Der Hofnarr war im Mittelalter bis in die Neuzeit hinein der Einzige, der dem Herrscher ungestraft die Meinung sagen und Kritik an der Regierung üben durfte. Diese Tradition setzt sich in den Büttenreden unserer Tage fort. Dazu sind im 19. Jahrhundert – ausgehend vom Rheinland – die Garden getreten. Mit dem militärischen Aufzug, aber dem ganz und gar unmilitärischen Benehmen wurden zunächst die französischen Besatzer zur Zeit Napoleons verspottet und später die Preußen mit ihrem militärischen Auftreten. Bezeichnenderweise marschieren die Garden nicht, sondern tanzen, und schießen nicht mit Kugeln, sondern mit Konfetti und werfen Süßigkeiten. Die Kritik und der Spott an der Obrigkeit werden auch am Karnevalsprinz und an der Verleihung von Karnevalsorden deutlich.

Allen Narren, Karnevalisten und Karnevalsmuffeln wünsche ich eine schöne Zeit!

Und denken Sie daran: An Aschermittwoch ist alles vorbei – dann beginnt die Fasten-/ die Passionszeit. Und Nachdenklichkeit und der Verzicht auf liebgewordene Gewohnheiten sind etwas, was der Mensch ebenso braucht wie Ausgelassenheit und Frohsinn.

Ihre Pfarrerin

Ihre Pfarrerin Bartel

Corona in Jubilate V

Leider wird es wohl für die Serie „Corona in Jubilate“ auch über diesen Beitrag hinaus weitere Fortsetzungen geben müssen!

Der Anfang November von der Landesregierung verhängte „Teil-Lockdown“ konnte das Anwachsen der Infektionszahlen nur etwas verlangsamen, hat aber keinen Rückgang bewirkt. Der Kirchengemeinderat hat auf seiner Sitzung am 2.12.2020 daher auch keine Möglichkeit gesehen, Veranstaltungen im Gemeindehaus wieder zuzulassen. Für Gottesdienste unter Coronabedingungen hat er beschlossen, die Winterkirche im Gemeindehaus auszusetzen und diese nur in der Kirche zu feiern.

Für die Zeit vom 16.12.2020 bis zum 10.01.2021 wurde dann ein „harter“ Lockdown verordnet. Dieser und die anhaltend weiter steigenden Inzidenz- Zahlen haben den Kirchengemeinderat veranlasst, sehr kurzfristig noch am 23.12. auch über die Gottesdienste an Heiligabend und Weihnachten bis zum 10. Januar 2021 zu beraten und entscheiden:

Mit dem Konzept von fünf kurzen Andachten zu Heiligabend im Freien vor unserer Kirche ohne Krippenspiel mit sehr konsequenten Infektionsschutzmaßnahmen haben wir es für vertretbar gehalten, der Gemeinde auf diese Weise eine weihnachtliche Atmosphäre zu bieten und Worte zu vermitteln, die sie durch diese Weihnachtszeit tragen. Über die äußere Form und die inhaltliche Gestaltung der Andachten gab es von den Besuchern und Besucherinnen für das engagierte und hervorragend zusammenwirkende Team viele dankbare Rückmeldungen.

Die hohen Inzidenzzahlen haben den Kirchengemeinderat veranlasst, zunächst bis zum 10.01.2021 auf Gottesdienste und Andachten in der Kirche zu verzichten.

Auch im neuen Jahr 2021 wird sich der Kirchengemeinderat immer wieder auch sehr kurzfristig über die Auswirkungen der zu erwartenden Verordnungen der Landesregierung, der Regelungen der Landeskirche und die aktuellen Inzidenzzahlen auf unser Gemeindeleben in Kirche und Gemeindehaus beraten und entscheiden müssen. Wir bitten um Geduld und Nachsicht für die möglicherweise sehr kurzfristigen und sicherlich nicht immer perfekten Entscheidungen. Wir werden uns immer um möglichst schnelle Informationen über Änderungen bemühen durch Aushänge im Schaukasten, an den Türen des Gemeindezentrums, auf dem Dresdner Platz, durch Veröffentlichungen im GEA und auf unserer Homepage.

Dr. Martin Willmann

Neuer Nachbar

Pfarrer Patrick Mauser

Pfarrer Patrick Mauser

Hallo, liebe Nachbarinnen und Nachbarn in der Jubilate-Gemeinde, ich wollte mich Ihnen und Euch gerne vorstellen: mein Name ist Patrick Mauser.

Ich bin der neue Pfarrer der Auferstehungskirche. Ich bin 33 Jahre alt, verheiratet und habe einen zweijährigen Sohn. Ich stamme aus Bronnweiler, meine Frau aus Degerschlacht, und wir freuen uns sehr, wieder in Reutlingen zu sein.

In meiner vorigen Pfarrstelle im Probedienst war ich sogenannter „Pfarrer zur Dienstaushilfe“ im Nachbardekanat Bad Urach-Münsingen. Dort habe ich in Gemeinden ausgeholfen, wenn dort Pfarrpersonal gefehlt hat, und hatte einen Dienstauftrag in der Gemeinde Münsingen.

Meine Familie und ich sind gut in der Auferstehungskirche angekommen. Und auch die Kontakte zu Ihnen in die Gemeinde waren sehr schön. Ich freue mich auf mehr! Ich sehe viele spannende und bereichernde Möglichkeiten in der Zusammenarbeit im Reutlinger „Norden“, und ich würde mich sehr freuen, wenn unsere Gemeinden mehr als „nur“ Nachbarn werden, sondern miteinander Gemeinde und Glauben leben, uns gegenseitig helfen, bereichern und kreativ miteinander werden könnten.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist der gemeinsame Konfirmandenunterricht. Weitere folgen hoffentlich, wir in der Auferstehungskirche sind gespannt und warten, wohin wir zusammen geleitet werden.

Mir persönlich ist die Vernetzung in Gemeinden und zwischen Menschen wichtig. Es gibt viele Schätze und Talente zu finden. Mir ist eine bunte, frohe und vielfältige Gemeindearbeit wichtig, die auch gerne mutig Neues wagt, aber auch Bewährtes und Geliebtes erhält. Ich freue mich auf viele Begegnungen und hoffe, wir haben diese Pandemiezeit bald überstanden, damit die Treffen und das Miteinander auf neue Art und Weise ausgebaut werden können.

Herzliche Grüße von „unter dem Buckel“,

Pfarrer Patrick Mauser

Endlich: Instandsetzung des Daches der Jubilatekirche

Der Hagelsturm im Juli 2013 hat auch Fenster und zwei Dachflächen der Jubilatekirche betroffen.

Die Fenster waren sehr schnell repariert. Zur Reparatur des Daches mussten aber aufwändige, intensive Verhandlungen geführt werden, zunächst mit Architekten und der Gebäudeversicherung über die Versicherungsleistungen, später nach der Erklärung der Kirche zum Kulturdenkmal mit den Denkmalschutzbehörden und zu guter Letzt intern mit Dienstleistungszentrum und Oberkirchenrat. Schließlich ist Anfang Dezember 2020 nach den langwierigen Planungen und Vorbereitungen vom Oberkirchenrat die Genehmigung „zur Instandsetzung des Daches der Jubilatekirche“ erteilt worden.

Heiligabend in Jubilate war einfach super!!!

Viel Lob haben wir erhalten („Fast besser als in der Kirche!“)!

Vermutlich waren mehr als 200 Menschen gut verteilt auf die Andachten um 15, 16, 17, 18 und 19 Uhr am Heiligen Abend an der Jubilate-Kirche und haben die weihnachtliche Atmosphäre genossen und Worte gehört, die uns alle, so hoffe ich, durch diese Weihnachtszeit tragen. Selbst als es gegen 18 Uhr anfing zu regnen, kamen Menschen, um die Frohe Botschaft zu hören!

Ich empfinde große Dankbarkeit, dass so etwas in diesen Zeiten bei uns möglich war: Verena und Rolf-Dieter haben gegen Wind und Regen angekämpft und sich redlich den Titel „king and queen of Kerzenanzünden“ verdient! Ulrike, Regina und Rosalie haben Glocken geläutet, Feuer befeuert, Zettel verteilt und wieder eingesammelt, „Frohe Weihnachten“ gewünscht und auf Abstand geachtet. Marleen hat wunderbar gesungen und Ulf und seine drei Töchter haben wunderbar gesungen! Bernd und sein Schwager haben geguckt, dass alle alles hören konnten. Martin hat darauf geachtet, dass alles gut läuft. Anette hat sich um Leib und Seele gekümmert: die Suppe war suppenlecker, ich persönlich fand den Kuchen mit den Rumrosinen phänomenal! Tee und Kaffee haben sehr geholfen.

Und wir hatten viele Helferinnen und Helfer: Ulf und Amelie und Arntraud und Malina, Frank, Jenny und Benjamin, Jörg, Iris und Michel und Sophie und Marlene, Karlhans, Horst und andere – so war alles echt schnell aufgebaut und superschnell abgebaut.

Vielen Dank an alle, die geholfen haben,

vielen Dank an alle, die uns – so oder so - unterstützt haben, vielen Dank an alle, die da

waren!!!
Silke Bartel

Das Warten auf das Christkind ist zu Ende

Das Warten auf das Christkind ist zu Ende

Fünf Heiligabend-Andachten vor der Kirche

Fünf Heiligabend-Andachten vor der Kirche

Keine Geldwäsche in Jubilate! In die Sammelboxen hatte es kräftig geregnet.

Zum Titelbild

Das Bild wurde am 16. Mai 2020 auf dem Kirchplatz aufgenommen, ein Pflänzchen der Hoffnung, einen Tag bevor nach der Corona-Pause im letzten Jahr wieder Gottesdienste in der Jubilate-Kirche gefeiert werden konnten.

Martin Willmann hat es beim Wettbewerb „Mauerblümchen und Ritzenrebellen“ eingereicht, der vom BUND-Kreisverband Reutlingen veranstaltet wurde. Es sollte gezeigt werden, wie sich Pflanzen auch in der Stadt ihre biologische Nische suchen und damit auch für Insekten Lebensraum bieten können.

Mit dem Foto von 'unserem' Gänseblümchen hat er den 1. Platz errungen. Gratulation!