Predigt vom 28. Juni 2020

 

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 21. Juni 2020

 

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 14. Juni 2020

 

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 7. Juni 2020

 

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 31. Mai 2020

 

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 30. Mai 2020

 

Pfingsten: Gemeinschaftsgefühl

Lagerfeuer kennt Volker noch aus seiner Jugend. Und kokeln mag er immer noch gerne. Also war er gleich dabei, als der Pfarrer zum großen Feuer einlud.

In der Nacht vom Samstag auf Pfingstsonntag sollte ein alter Baumstamm verbrannt werden. Viele aus der Gemeinde kamen.

Und während sie so ums Feuer standen und zuschauten, wie es knisterte und Funken sprühte, fing der Pfarrer auf einmal an, übers Feuer zu reden. Vom Feuer, in dem Gott den Menschen begegnet.

Wie damals vor 2000 Jahren an Pfingsten. Nachdem Jesus am Kreuz gestorben, auferstanden und wieder im Himmel verschwunden war, passierte etwas sehr merkwürdiges:

Da gab es ein Feuer. Genauer: die Jünger und Jüngerinnen von Jesus fingen Feuer. Der Geist Gottes kam über sie, heißt es in der Bibel, und sie erzählten voller Begeisterung, was sie alles mit Jesus erlebt hatten.

Und dabei sah es so aus, als ob Flammen auf ihren Köpfen tanzten

Dieses Feuer - sagte der Pfarrer- das gibt es bis heute. Das Feuer Gottes brennt immer noch in den Köpfen und Herzen der Menschen.

Es macht die Kirche zu dem, was sie ist: Gemeinschaft der Heiligen, Frommen und Engagierten. Eine verschworene Gemeinschaft- das ist Kirche, dort wohnt Gott.

„Na“, dachte Volker, „von dem Feuer hätte ich aber in den Gottesdiensten gern mal was gespürt!“ Und als ob er es gehört hätte, erzählte der Pfarrer weiter.

„Manche,“ sagte er, „sind nicht zufrieden mit dem Feuer Gottes in der Kirche. Sie wollen es größer und eindrucksvoller haben oder aber kleiner und definitiv weniger gefährlich.

Manche nehmen einen brennenden Holzscheit aus dem großen Feuer Kirche heraus, tragen ihn zu sich nach Hause und wärmen sich dran, ganz privat, jeder für sich.

Und wenn das kleine Feuerchen auszugehen droht, kommen sie halt mal wieder in die Kirche und holen sich eine neue Flamme vom großen Feuer Gottes. So wie jetzt. Und wenn sie sich dann am großen Feuer wärmen, denken sie - gemeinsam ist doch nicht so schlecht. Und wärmer ist es auch.“

Als Volker das hörte, lief ihm auf einmal ein Schauer über den Rücken. Einfach so.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Andacht vom 30. Mai 2020

 

Mümmelmannsberg 

Mümmelmannsberg ist eine Betonwüste. Schon von weitem sieht man: hier wohnt nur, wer es unbedingt muss. Ein sozialer Brennpunkt mitten in der reichen Stadt Hamburg. Auf der Fahrt in der U- Bahn dorthin verschwinden die Männer mit Anzug und Krawatte. In Mümmelmannsberg beginnt die Betonwüste. Hier verdient man seinen Lebensunter-halt in Fabriken oder durch putzen, wenn man überhaupt eine Arbeit hat.

Ich musste hin, ich sollte eine Fußballgruppe leiten.

Ein Sozialhilfeprojekt hatte angefragt. Sie wollten etwas für die Jungen hier tun. Also ging ich hin, zusammen mit einem Studenten der Sozialpädagogik.

Das Haus, in dem das Projekt stattfinden sollte, hatte einen klangvollen und hoffnungs-vollen Namen: Sonnenhof.

Das Haus war leuchtend gelb angemalt.

Der Leiter des Projekts stellte sich und sein Haus vor.

Hier gab es alles: Gruppen, die Musik machten, Selbstverteidigung für Mädchen, einen riesigen Raum zum Spielen.

Dann kamen wir an der Küche vorbei. Und hier, erklärte der Projektleiter, gibt es einen regelmäßigen Mittagstisch. Bei vielen Familien reicht das Geld manchmal nicht aus für eine warme Mahlzeit, und manche Eltern vergessen, für ihre Kinder zu kochen. Hier gibt es dann was.

Ich habe die Fußballgruppe ein gutes Jahr mitbetreut. Wir haben zusammen gespielt, gelacht und – gegessen.

Wenn ich zu Gott bete, dann denke ich an diese Kinder: Hungrig nach Brot, hungrig nach Anerkennung, hungrig nach einer Chance und einem Platz in dieser Gesellschaft. Oft denke ich an sie, wenn ich bete: Vater Unser, unser tägliches Brot gib uns heute!

Bleiben Sie gesund und behütet!

Andacht vom 29. Mai 2020

 

Alternativlos

„Das ist alternativlos“, wird oft behauptet, wenn man gar nicht erst eine andere Lösung in Betracht ziehen will. Und auch andere davon abhalten möchte. Aber wenn man innehält und genauer hinsieht, stimmt das gar nicht. Es gibt fast immer noch eine andere Lösung. Meistens hab ich eine Wahl. Und ich muss mir auch kein Verhalten aufzwingen lassen, dass ich selber ablehne.

Jesus war ein wahrer Großmeister, im Neue-Lösungswege-Aufzeigen. Wenn mir z.B. jemand wehtut, oder mich kränkt, möchte ich am liebsten direkt zurückschlagen. Es scheint im ersten Impuls alternativlos…  Jesus hat versucht, den Blick zu weiten. Auch für Lösungen, die den meisten von uns vermutlich gar nicht in den Sinn kämen. Er hat gesagt:

„Wenn Dir jemand etwas Böses antut, leiste keinen Widerstand. Sondern wenn Dir einer auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere hin. Und wenn Dir einer die Kleidung wegnehmen will, dann gibt ihm auch den Mantel.“

Klingt erstmal ziemlich weltfremd! Und ein bisschen absurd; fast wie ein Scherz …

Aber wenn man sich mal ausmalt, was wohl passieren würde, wenn man sich wirklich so verhält – ich glaub, mit einem Mal wäre alles anders.  Denn das ist ein Verhalten, mit dem keiner rechnet. Es ist verblüffend.

Und wenn Menschen verblüfft sind, das nimmt ihnen ganz schön den Wind aus den Segeln. Und plötzlich können sie sich nicht mehr so verhalten, wie sie es gewohnt sind.

Das kann man auch am eigenen Körper spüren. Versucht mal, verblüfft dreinzuschauen, mit offenem Mund und so, und gleichzeitig die Fäuste im Zorn zu ballen. - Das ist so gut wie unmöglich. Denn das sind völlig entgegengesetzte Gefühle.

Wenn mich also jemand kränkt, sollte ich erstmal durchatmen - und mich von meinem ersten Impuls lösen. Und dann könnte ich mal versuchen, nicht einzusteigen in das altbekannte wie-du-mir-so-ich-dir-Dingens. Sondern nach einer Alternative suchen.

Ich könnte vielleicht sagen: „Ich habe das Gefühl, du bist sauer auf mich… Möchtest du mir was sagen?“ Oder so. Und dann muss der andere Farbe bekennen. Und vielleicht kommen wir ja dann ins Gespräch…

Bleiben Sie gesund und behütet!

Andacht vom 28. Mai 2020

 

Gedicht: Wilhelm Busch - "In einem alten Buch"

Wilhelm Busch, was soll man sagen?! Er war ein ganz großer. Ich bin mit Max und Moritz und mit der frommen Helene aufgewachsen. Aber er konnte auch Gedichte. Das folgende stammt aus der Gedichtsammlung „Kritik des Herzens“:

Ich hab in einem alten Buch gelesen

Von einem Jüngling, welcher schlimm gewesen.

Er streut sein Hab und Gut in alle Winde.

Von Lust zu Lüsten und von Sünd zu Sünde,

In tollem Drang, in schrankenlosem Streben

Spornt er sein Roß hinein ins wilde Leben,

Bis ihn ein jäher Sturz vom Felsenrand

Dahingestreckt in Sand und Sonnenbrand,

Daß Ströme Bluts aus seinem Munde dringen

Und jede Hoffnung fast erloschen ist.

 

Ich aber hoffe – sagt hier der Chronist –

Die Gnade leiht dem Jüngling ihre Schwingen.

 

Im selben Buche hab ich auch gelesen

Von einem Manne, der honett gewesen.

Es war ein Mann, den die Gemeinde ehrte,

Der so von sechs bis acht sein Schöppchen leerte,

Der aus Prinzip nie einem etwas borgte,

Der emsig nur für Frau und Kinder sorgte;

Dazu ein proprer Mann, der nie geflucht,

Der seine Kirche musterhaft besucht.

Kurzum, er hielt sein Rößlein stramm im Zügel

Und war, wie man so sagt, ein guter Christ.

 

Ich fürchte nur – bemerkt hier der Chronist –

Dem Biedermanne wachsen keine Flügel.

 

 

Andacht vom 27. Mai 2020

 

Bis ans Ende der Welt

Bis ans Ende der Welt, bis ans Ende der Zeit.

Deine Liebe hält bis in Ewigkeit.

Sie wird niemals vergehn. Sie steht fest und sie bleibt.

Wenn der Vorhang fällt und der Tag sich neigt.

 

Niemand und nichts kann uns trennen von dir,

Deine Liebe ist stark wie der Tod.

Wenn du für uns bist, wer kann gegen uns sein,

Denn auf ewig bist du unser Gott.

 

Bis ans Ende der Welt, bis ans Ende der Zeit.

Deine Liebe hält bis in Ewigkeit.

Sie wird niemals vergehn. Sie steht fest und sie bleibt.

Wenn der Vorhang fällt, deine Liebe reicht

Bis ans Ende der Welt.

Text und Melodie: Lothar Krosse

Andacht vom 26. Mai 2020

 

Papa

„Papa?“, Klaus tastet sich an die Kellerwand. Da steht er in der feuchten Dunkelheit des Kellers und traut sich keinen Schritt mehr vor noch zurück. „Papa?“

Dabei hatte Klaus extra noch den letzten Schluck in der Flasche gelassen. Und doch musste natürlich er mal wieder in den Keller, eine neue Flasche Saft holen. Super. Immer er. Immer die Kleinen. Er also runter. Vergisst aber, das Licht anzumachen und kaum ist er unten, fällt die Kellertür hinter ihm zu.

Jetzt steht er hier. In dieser schrecklichen Dunkelheit. Er wagt kaum noch zu atmen. Er hat Angst. Er fängt an zu weinen.

„Papa?!“ ruft er hoffnungsvoll. „Papa?!“ er ruft lauter. Die Angst wird größer. Die Dunkelheit im Keller wird furchtbar. Erdrückend.

Da hört er Schritte auf der Kellertreppe. Klaus lauscht den näherkommenden Tritten. Die kennt er, das ist sein Papa. schon macht die Tür auf und schaltet das Kellerlicht ein: (vorwurfsvoll) „Klaus, wie oft soll ich es dir noch sagen: Mach das Licht an, wenn du in den Keller gehst. Klar?!“

Spricht’s und geht. Verschwindet wieder nach oben. - Und Klaus? Klaus steht im – nun hell erleuchteten Keller – und weint. Immer noch.

Klaus hat wohl mehr gebraucht als nur Licht!

„Ich bin das Licht für die Welt“, hat Jesus einmal gesagt,

„Wer mir folgt, tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern hat das Licht und mit ihm das Leben.“

Und dieses ‚Licht des Lebens’, das ist nicht nur eine Glühbirne in einem dunklen Keller, sondern das Licht des Lebens, das ist:

Ein Freund, der da ist, wenn du ihn brauchst,

Arme, die dich halten,

Füße, die vor dir hergehen,

Hände, die nach dir tasten, damit du nicht verloren gehst.

ein Kopf, der dich daran erinnert, das Licht doch einfach anzumachen,

und ein Herz, das dir sagt: „Ich bin da. Du bist nicht allein.“

Bleiben Sie gesund und behütet!

Andacht vom 25. Mai 2020

 

Töpfer

Wir Menschen sind ganz schön zerbrechlich. Das habe ich gedacht, als eine gute Freundin von mir hinfiel und danach ins Krankenhaus musste. Wie dumm, dass wir nicht stabiler gebaut sind, habe ich zu ihr gesagt. Aber diese Freundin hat mir eine Geschichte geschickt und mir gezeigt: Es ist eigentlich gut, dass eben nicht alles perfekt ist. Und so ging diese Geschichte:

Ein Töpfer lebt ein zufriedenes Leben. Er liebt seine Familie, seinen Beruf, er liebt die Gefäße, die er anfertigt, und dankt Gott für alles. Eines Tages erscheint ihm Gott und gibt ihm einen Wunsch frei. Was soll sich ein Mann wünschen, der wunschlos glücklich ist? Im Grunde nichts. Und dann fällt ihm doch etwas ein. Es schmerzt ihn so, wenn ein Gefäß zu Bruch geht. Ich wünsche mir, dass meine Gefäße nicht brechen, dass sie keine Risse und Macken haben.

So soll es sein. Und tatsächlich. Keines seiner Gefäße zeigt mehr einen Fehler. Keines geht zu Bruch. Sie sind von solcher Beständigkeit und Schönheit, dass die Menschen herbei drängen, um sie zu erstehen. Irgendwann kommt auch ein benachbarter Töpfer zu ihm, der bittet um Almosen. Er ist arm geworden. Der Töpfer ist wie vom Donner gerührt. Hat er das verschuldet – weil seine Gefäße fehlerfrei sind? Bald kommen auch zu ihm keine Leute mehr. Da stürzt auch er in Armut – der Reiz der unzerbrechlichen Gefäße ist verflogen. Er ruft Gott und bittet inständig: Bitte nimm diesen Wunsch zurück, lass meine Gefäße wieder zerbrechlich und fehlerhaft sein wie früher. Und so kommt es. Die Gefäße sind schön, sie zerbrechen auch manchmal und viele haben winzig kleine Risse oder gut sichtbare Fehler. Und sind dennoch etwas Besonderes – gerade ihre Macken machen sie einzigartig. Und der Töpfer atmet auf und dankt Gott.

Diese Geschichte gibt es so oder so ähnlich in verschiedenen Ländern. Mir hat sie sehr gefallen - und mich daran erinnert: Nichts ist ohne Fehler. Auch Fehler und Brüche haben ihren Sinn. Gott allein ist ewig und beständig – und er hält mich und uns alle mit all unserer Zerbrechlichkeit in seiner Hand. An ihn können wir uns wenden bei Hals- und Beinbruch, mit Dank oder voller Bitten. Und wie oft fügt er zusammen, was wir für zerbrochen halten –Gott sei Dank!

Predigt vom 24. Mai 2020

 

Pfarrerin Bartel

Exaudi, 24. Mai 2020

Predigttext: Jeremia 31,31-34 (Der neue Bund)

Gute Nachricht:

»Gebt Acht!«, sagt der HERR. »Die Zeit kommt, da werde ich mit dem Volk von Israel und dem Volk von Juda einen neuen Bund schließen.

Er wird nicht dem Bund gleichen, den ich mit ihren Vorfahren geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm und aus Ägypten herausführte. Diesen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihnen doch ein guter Herr gewesen war.

Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließen will, wird völlig anders sein: Ich werde ihnen mein Gesetz nicht auf Steintafeln, sondern in Herz und Gewissen schreiben. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein«, sagt der HERR.

»Niemand muss dann noch seinen Nachbarn belehren oder zu seinem Bruder sagen: 'Lerne den HERRN kennen!' Denn alle werden dann wissen, wer ich bin, von den Geringsten bis zu den Vornehmsten. Das sage ich, der HERR. Ich will ihnen ihren Ungehorsam vergeben und nie mehr an ihre Schuld denken.«

 

Lutherbibel 2017:

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den Herrn«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Andacht vom 23. Mai 2020

 

Schreibtisch 

Ich habe mal gelesen, dass ein Schreibtisch wie ein Spiegel sei, nach dem Motto: Zeig mir deinen Schreibtisch und ich sage dir, wie du bist. In einem Magazin einer Zeitung wurden vor kurzem die Schreibtische von 10 prominenten Menschen gezeigt. Besonders beeindruckt hat mich der Schreibtisch eines Autors und Verlegers. Der ist ganze 8 Meter lang und wird eingerahmt von 7 weißen und einem braunen Stuhl. Wozu er die braucht, wurde dann erklärt. Der Mann hat eben 8 verschiedene Arbeitsfelder, an denen er zu unterschiedlichen Zeiten arbeitet.

Und wenn er ein neues Thema beginnt, dann setzt er sich auf einen neuen Stuhl. Einmal zum kreativen Schreiben. Stockt es da, wechselt er den Platz zum Verwalten und Organisieren. Das geht immer. Auf einem anderen Stuhl sitzt er stundenlang, um Manuskripte anderer Autoren zu korrigieren. Zum Briefe schreiben nimmt er auf einem weiteren Stuhl Platz. Wieder an einem anderen liegen die sogenannten Rätsel, wie zum Beispiel: Reisekosten, Abrechnungen, Steuern, Versicherungen.

Und so geht das Stühlerücken weiter. Ist alle Luft raus, nimmt er auf dem achten braunen Stuhl Platz und ruht sich aus.

Ich habe mir mal überlegt: wie viele Plätze wären das bei mir? Für das Management der Familie, für die Steuererklärung, die Rechnungen, das Ärgerliche vor allem, was so viele Nerven kostet. Im Grunde hat mein Lebensbüro nicht nur einen Schreibtisch, sondern eine ganze Armada von ständig zu bedienenden Arbeitsplätzen.

Ihr selbst wisst am besten, wie viele unterschiedliche Plätze ihr reihum bedient. Aber hättet ihr auch eine Idee für den braunen Stuhl? Den für die Pause? Den Gott-sei-Dank-setz-ich-mal-aus-Stuhl!

Habt ihr Lust, darauf Platz zu nehmen?

Das wäre doch die Gelegenheit ab und zu mal rauszugehen aus dem non-stop Programm des Alltages. Alles andere Mal für kurze Zeit auf sich sitzen zu lassen, um eine Unterbrechung bewusst zu markieren. Auf dem braunen Stuhl einfach dasitzen ohne auf die Uhr zu schauen. Auszeit hat auch seine Zeit. Denn pausieren geht über rotieren.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Andacht vom 22. Mai 2020

 

Ein wenig Sauerteig mit großer Wirkung

Eine Schüssel voller Mehl, Wasser, Gewürze, eine Tüte Sauerteig – hin und wieder wird wieder selbst Brot gebacken. Die Hobbybäcker geben Rezepte und Erfahrungen hin und her. Am Abend ist die Mehlmischung noch unauffällig, am anderen Morgen blubbert der gesamte Teig. Welche Sauerteigmischung hilft da am besten und wieviel?

In der Bibel ist mehrfach vom Sauerteig die Rede. So sagt Jesus einmal: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war.“ (Mt 13,33) Sauerteig wirkt kräftig! Und wie Sauerteig soll die gute Nachricht vom Himmelreich sich ausbreiten und ansteckend wirken. Und in der Tat – ein Sauerteig im Sinne von Jesus tut wirklich not. Dieser Sauerteig heißt Liebe. In Gottes neuer Welt, die auf der Erde anfängt, gilt die Nächstenliebe. Die Menschen sollen sich gegenseitig helfen, Schwache beschützen und Fremde achten. Vor allem aber sollen sie ihre Feinde lieben, d.h. als Menschen betrachten. In einem solchen neuen Leben, von dem Jesus spricht, leben die Menschen aus dem Glauben an Gott – und hoffen auf Gott. Es geht um Gottes Macht, nicht um die Macht von Menschen. Und immer wieder geht es in Gottes neuer Welt um Liebe, Liebe, Liebe.

Stattdessen jedoch wird die Stimmung in unserer Gesellschaft immer gereizter und teilweise sehr gehässig. In manchen Bereichen gehen die einfachsten Regeln des Anstands verloren. Christliche Werte – die werden durchaus leider auch von Christinnen und Christen missachtet. Menschen werden wieder eingeteilt in erwünschte und nicht erwünschte. Das ist nicht nur politisch ein Skandal. Für Christen geht eine solche Unterscheidung absolut nicht! Vor Gott sind alle Menschen gleich. Ob mir das passt oder nicht. Jesus Christus war da ganz klar in seinen Worten. Wer diese ablehnt, kann sich nicht mehr Christ bzw. Christin nennen. Christen müssten hier vielmehr Sauerteig sein. Für die Liebe, gegen Egoismus.

Für Christen muss deshalb die Liebe das Bindeglied unter den Menschen sein. Das ist ein Sauerteig. Und der wirkt!

Bleiben Sie gesund und behütet!

Andacht vom 21. Mai 2020

 

Theodor Fontane hat manch schönes Gedicht geschrieben. Er hat aber auch diese Ballade verfasst, die sich mit einem damals aktuellen Ereignis kritisch auseinandersetzt. Man spürt sein soziales Gewissen, seine Verzweiflung über die Zustände der kolonialisierten Welt. Mit „Mynheer“ sind übrigens die niederländischen Kolonialherren in Indonesien gemeint.

Die Balinesenfrauen auf Lombok

Von Theodor Fontane

Unerhört,

Auf Lombok hat man sich empört,

Auf der Insel Lombok die Balinesen

Sind mit Mynheer unzufrieden gewesen.

 

Und die Mynheers faßt ein Zürnen und Schaudern:

»Aus mit dem Brand, ohne Zögern und Zaudern!«

Und allerlei Volk, verkracht, verdorben,

Wird von Mynheer angeworben,

Allerlei Leute mit Mausergewehren

Sollen die Balinesen bekehren.

Vorwärts, ohne Sinn und Plan;

Aber auch planlos wird es getan:

Hinterlader arbeitete gut,

Und die Männer liegen in ihrem Blut.

 

Die Männer. Aber groß anzuschaun

Sind da noch sechzig stolze Fraun,

All eingeschlossen zu Wehr und Trutz

In eines Buddhatempels Schutz.

Reichgekleidet, goldgeschmückt,

Ihr jüngstes Kind an die Brust gedrückt,

Hochaufgericht't eine jede stand,

Den Feind im Auge, den Dolch in der Hand.

 

Die Kugeln durchschlagen Trepp und Dach -

»Wozu hier noch warten, feig und schwach?«

Und die Türen auf und hinab ins Tal,

Hoch ihr Kind und hoch der Stahl

(Am Griffe funkelt der Edelstein),

So stürzen sie sich in des Feindes Reihn.

Die Hälfte fällt tot, die Hälfte fällt wund,

Aber jede will sterben zu dieser Stund,

Und die Letzten, in stolzer Todeslust,

Stoßen den Dolch sich in die Brust.

 

Mynheer derweilen in seinem Kontor,

Malt sich christlich Kulturelles vor.

Andacht vom 20. Mai 2020

 

Danke

1. Danke für die Sonne, danke für den Regen, danke für den Himmel über mir.

Danke für den Samen, danke für die Früchte, danke für die Erde unter mir.

Danke, danke für die Schönheit, danke für die Farben, danke für das Licht.

 

Refrain: 

Danke, danke für das Leben, danke für die Liebe und diesen Augenblick.

Danke, danke für die Freiheit, danke für die Freude und für die Musik.

 

2. Danke für das Lachen, danke für die Tränen, danke dafür, dass ich fühlen kann.

Danke für die Menschen, danke für die Tiere, danke, dass ich nicht alleine bin.

Danke, danke für die Freundschaft, danke für Vertrauen, danke für die Zeit.

Refrain: Danke, danke für das Leben...

 

3. Danke für die Hoffnung, danke für den Frieden, danke für Bewahrung und für Schutz.

Danke für den Glauben, danke für die Gnade, danke für Vergebung und das Kreuz.

Refrain: Danke, danke für das Leben...

 

Text und Melodie: Andrea Adams-Frey

Andacht vom 19. Mai 2020

 

Frühlingsmorgen

Es war an einem Frühlingsmorgen. Irgendwo im Schwarzwald. Wir gingen spazieren. Vor uns war eine Gruppe Drei- oder Vierjähriger.

Sie waren wohl mit ihren Kindergartentanten zu einem Spielplatz unterwegs.

Da taucht auf der Hauptstraße ein Traktor auf.

Und plötzlich schreit ein kleiner Junge aus Leibeskräften: Papa, Papa!...

Doch der Mann auf dem Traktor hört nichts. Der Traktor ist einfach zu laut.

Der Junge rennt los, weg von der Gruppe, den Weg hinab, er streckt seine Hände in die Luft und schreit noch lauter: Papa, Papa, Papa! Ohne Erfolg.

Der Traktor entfernt sich mehr und mehr. Der Junge bleibt stehen und starrt dem Traktor fassungslos und traurig hinterher. Enttäuscht winkt er seinem Papa hinterher, der so gar nichts mit ihm zu tun haben will.

Da, scheinbar ohne ersichtlichen Grund, hebt der Mann auf dem Traktor den Kopf, und dreht sich um zu seinem Sohn. Dann lächelt er seinen Sohn an, ruft ihm etwas zu und winkt.

Und der Junge strahlt. Noch nie habe ich ein solches Strahlen gesehen. Es war, als ob die Sonne aufgehen würde. So strahlte der Junge. So viel Liebe.

Jesus hat Gott auch Papa genannt. Abba hat er ihn genannt, was übersetzt Papa heißt.

Papa -, das heißt: Der eine da, der ist es. Zu dem gehöre ich; Von dem krieg ich bestimmt ein Lächeln. Der winkt mir bestimmt zu. Der redet mit mir.

Und wenn ich ihn rufe - ganz bestimmt dreht er sich dann nach mir um.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Andacht vom 18. Mai 2020

 

Freundlichkeit

„Freundliche Worte sind wie Wabenhonig, süß für den Gaumen, heilsam für den Leib.“ (Sprüche 16,24) Diesen Spruch aus der Bibel habe ich auf einer Karte, die an einem Honigglas hängt, gefunden.

Dieses Honiggeschenk in Kombination mit dem Zitat aus der Bibel, lässt mich schmunzeln: Süß – im wahrsten Sinne des Wortes. An dem Zitat bleibe ich sozusagen kleben: „Freundliche Worte sind wie Wabenhonig, süß für den Gaumen, heilsam für den Leib.“

Ja, freundliche Worte tun gut. Das hat jeder und jede schon selbst erlebt. Häufig zaubern sie einem ein Lächeln ins Gesicht und oft sind es keine großen Erklärungen, sondern die kleinen freundlichen Aufmerksamkeiten, die einem auch besonders im Gedächtnis bleiben. So zum Beispiel, wenn die Kollegin nebenbei bemerkt: „Deine Ohrringe passen so gut zum Pulli.“ Es können aber auch ganz grundsätzliche Äußerungen sein wie: „Deine Meinung ist mir wichtig.“

Freundliche Worte ermutigen. Sie schenken Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Manchmal bekommt man sie unverhofft von anderen geschenkt, manchmal kann man sie selbst anderen schenken. Oft gehen diese Momente aber im Alltag verloren. Denn sie sind kurz und flüchtig. Ich kann mir aber selbst etwas Gutes tun und für mich bewusst danach suchen. So macht es jedenfalls eine Freundin von mir: An jedem Abend benennt sie vor dem Einschlafen drei Dinge, die an dem Tag gut waren. Das ist oft nicht leicht. Vor allem dann, wenn es auf den ersten Blick ein wirklich schlechter Tag war. Sie sucht daher nach den besonderen kleinen Momenten:

Das ungewohnte Lächeln des Busfahrers am Morgen, das Beobachten der Meisen am Vogelhäuschen oder das angenehme Gespräch mit der unbekannten Kassiererin. Besonders schätzt sie es, wenn gute Worte dabei sind. So zum Beispiel: „Das Gespräch mit dir hat mir weitergeholfen.“ Manchmal muss sie lange suchen. Ist sie dann fündig geworden, kann sie gut einschlafen.

Denn: „Freundliche Worte sind wie Wabenhonig, süß für den Gaumen, heilsam für den Leib.“

Bleiben Sie gesund und behütet!

Predigt vom 17. Mai 2020

 

Pfarrerin Bartel

Rogate, 17. Mai 2020

Predigttext: Matthäus 6,5–15 (Vom Beten. Das Vaterunser)

Basisbibel:

»Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Scheinheiligen: Sie stellen sich zum Beten gerne in den Synagogen und an den Straßenecken auf – damit die Leute sie sehen können. Amen, das sage ich euch: Sie haben damit ihren Lohn schon bekommen.

Wenn du betest, geh in dein Zimmer und verriegel die Tür. Bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.

Sprecht eure Gebete nicht gedankenlos vor euch hin – so machen es die Heiden! Denn sie meinen, ihr Gebet wird erhört, weil sie viele Worte machen.

Macht es nicht so wie sie! Denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn darum bittet.

So sollt ihr beten:

›Unser Vater im Himmel, dein Name soll geheiligt werden.

Dein Reich soll kommen. Dein Wille soll geschehen. Wie er im Himmel geschieht, so soll er auch auf der Erde Wirklichkeit werden.

Gib uns das Brot, das wir für heute brauchen!

Und vergib uns unsere Schuld – so wie wir denen vergeben haben, die uns gegenüber schuldig geworden sind.

Und stelle uns nicht auf die Probe, sondern rette uns vor dem Bösen.‹

Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.

Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.«

 

Lutherbibel 2017:

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 

Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 

Darum sollt ihr so beten: 

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. 

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 

Unser tägliches Brot gib uns heute. 

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. 

[Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] 

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Andacht vom 16. Mai 2020

 

10 Gebote für Pfarrer

Pfarrerinnen und Pfarrer, egal ob katholisch oder evangelisch, sollten eigentlich Menschen sein, die ein wenig anders sind, anders als die anderen. Sich zum Beispiel nicht nach Moden richten oder in hektischer Betriebsamkeit aufgehen. Aber Pfarrer sind eben auch nur Menschen und deshalb gelingt es ihnen halt auch nicht immer, so zu sein wie sie sein sollten oder wollten. 

Der Kirche von England ist das aufgefallen und sie hat ihren Pfarrern deshalb irgendwann mal zehn Gebote zusammengestellt. Diese zehn Gebote sollten den Pfarrern helfen, bessere Pfarrer zu sein. Damit sie den Menschen offen und liebevoll begegnen können. Ich halte diese zehn Gebote für so gut, dass ich sie gern weitergebe. Also: 

Erstens sollen die englischen Pfarrer nicht versuchen, es jedem recht machen zu wollen. 

Das zweite Gebot: sie müssen nicht perfekt sein! 

Drittens sollen sie Aufgaben auch mal liegen lassen. 

Viertens sollten sie sich nicht aufreiben und 

fünftens lernen nein zu sagen. 

Im sechsten Gebot wird den englischen Geistlichen empfohlen sich Zeit für sich selbst und ihre Familien zu nehmen. 

Das siebte Gebot lautet, du sollst regelmäßig abschalten und nichts tun. 

Das achte Gebot, du sollst ab und zu langweilig und unattraktiv sein. Wunderbar. 

Neuntens sollen sie sich nicht dauernd schuldig fühlen und 

zehntens aufhören sich selbst zum ärgsten Feind zu haben. 

Mein Gott! Welch herrliche zehn Gebote für Pfarrer. Und nicht nur für die…

Andacht vom 15. Mai 2020

 

Straucheln

Einen Augenblick habe ich nicht aufgepasst und schon bin ich gestolpert. Ich kann mich kaum fangen und knalle hin. Ich ärgere mich, dass ich den Bürgersteig übersehen habe, rapple mich wieder auf. Zum Glück ist nichts passiert.

Anstoßen, ins Straucheln kommen, hinfallen, das alles können schmerzhafte Erfahrungen sein. Aber es sind auch Bilder für das Leben insgesamt. Ich stoße mit einer Bemerkung an, die jemand anderen verletzt und unsere Beziehung kommt unversehens ins Straucheln. Ich stehe vor einem Hindernis, einer Prüfung, einer schwierigen Situation. Und krieg sie nicht bewältigt. Ich falle hin. So und ähnlich habe ich schon oft in meinem Leben um Standfestigkeit gerungen.

Vom Stolpern erzählt auch der biblische Psalm 73. Ein Gebet, das ein gewisser Asaf geschrieben hat. Ein, wie ich finde, ehrlicher Text. Denn Asaf gibt zu, dass er verbittert ist, weil es anderen gut geht. Die kümmern sich nicht um Gott, sie stopfen das Essen nur so in sich rein, sie sind gewalttätig und zerreißen sich das Maul. Und trotzdem stolpern die nicht. Im Gegenteil: Denen gelingt alles, die erleben keine Pleite. Asaf ist darüber wütend. Gerade weil er versucht, alles richtig zu machen, sich an Gott zu halten. Und trotzdem kommt er ins Straucheln. Anscheinend, so sagt Asaf, gibt es keine Gerechtigkeit. Denn all die, denen Glaube und Moral egal sind, passiert nichts.

Doch Asaf glaubt daran, dass es sich auf lange Sicht lohnt, nach dem Guten und Gerechten zu suchen. Er erfährt nämlich auch: Unrecht zahlt sich letztendlich nicht aus.

Was mich dabei berührt: Wie sich Asaf in seiner Not an Gott wendet. Er erfährt: Gott hat ein offenes Ohr für sein Stolpern. Asaf fühlt sich ernst genommen. Er erlebt, dass Glück nicht davon abhängig ist, was er erreicht oder hat. Sondern Glück ist: Dass Gott zu ihm steht, auch wenn er ins Stolpern gerät.

 

Behüte, Gott, die ich dir anbefehle,

die mir verbunden sind und mir verwandt.

Erhalte sie gesund an Leib und Seele

und führe sie an deiner guten Hand,

sie alle, die mir ihr Vertrauen schenken

und dir mir so viel Gutes schon getan.

In Liebe will ich dankbar an sie denken,

o Gott, nimm dich in Güte ihrer an.


Um manchen Menschen mache ich mir Sorgen,

und möchte ihm helfen, doch ich kann es nicht.

Ich wünschte nur, er wär bei dir geborgen

und fände aus dem Dunkel in dein Licht.


Du ließest mir so viele schon begegnen,

so lang ich lebe, seit ich denken kann.

Ich bitte dich, du wolltest alle segnen,

sei mir und ihnen immer zugetan.


So geht mit Gottes Segen behütet in die Nacht und in die kommenden Tage.

Amen.

Andacht vom 14. Mai 2020

 

Ich befürchte, ich mag das folgende Gedicht, weil er mir auch allzu oft fehlt, der Sinn für Feierlichkeit.

Theodor Fontane

Was mir fehlte

Wenn andre des Glückes Schiff gekapert,

Mit meinen Versuchen hat's immer gehapert,

Auf halbem Weg', auf der Enterbrücke,

Glitt immer ich aus. War's Schicksalstücke?

War's irgend ein großes Unterlassen?

Ein falsches die Sach'-am-Schopfe-Fassen?

War's Schwachsein in den vier Elementen,

In Wissen, Ordnung, Fleiß und Talenten?

Oder war's - ach, suche nicht zu weit,

Was mir fehlte, war: Sinn für Feierlichkeit.

 

Ich blicke zurück. Gott sei gesegnet,

Wem bin ich nicht alles im Leben begegnet!

Machthabern aller Arten und Grade,

Vom Hof, von der Börse, von der Parade,

»Damens« mit und ohne Schnitzer,

Portiers, Hauswirte, Hausbesitzer,

Ich konnte mich allen bequem bequemen,

Aber feierlich konnt' ich sie nicht nehmen.

 

Das rächt sich schließlich bei den Leuten,

Ein jeder möchte was Rechts bedeuten,

Und steht mal was in Sicht oder Frage,

So sagt ein Reskript am nächsten Tage:

»Nach bestem Wissen und Gewissen,

Er läßt doch den rechten Ernst vermissen,

Alle Dinge sind ihm immer nur Schein,

Er ist ein Fremdling, er paßt nicht hinein,

Und ob das Feierlichste gescheh',

Er sagt von jedem nur: Fa il Re.«

 

Suche nicht weiter. Man bringt es nicht weit

Bei fehlendem Sinn für Feierlichkeit.

Andacht vom 13. Mai 2020

 

1. Wiesen und Berge, die Wälder und Seen,

was lebt und atmet in Tälern und Höhn:

es trägt deine Handschrift bezeugt dein Tun,

verkündet deinen Ruhm!

 

Refrain

Und darum jubel ich dir zu, dass jeder es hört: der Meister bis du.

Ich will tanzen und singen vor dir, du herrlicher Schöpfer, Ehre sei dir!

 

2. Das Werk deiner Liebe, das du in mir vollbracht,

das mich zum Kind deines Reiches gemacht:

es trägt deine Handschrift bezeugt dein Tun,

verkündet deinen Ruhm!

 

Text und Musik: Danny Plett

Andacht vom 12. Mai 2020

 

Gedanken: Drei Frauen

Drei Frauen stehen vor mir: Die älteste ist so um die 50, groß und kräftig gebaut; die jüngste so um die 40, klein und rund; die dritte im Bunde eine kleine, zierliche. Und so unterschiedlich die drei sind, da ist doch etwas gemeinsames, etwas familiäres in ihren Gesichtszügen. Die drei sind Schwestern.

Lachend schauen sie mich an. „Das ist schon eine ganze Weile her, dass wir uns wieder so gut verstehen“, erzählen sie, „10 Jahre haben wir kein Wort mehr miteinander gesprochen! 10 Jahre“!“ Den genauen Grund, den Anfang ihres Streites kennen sie gar nicht mehr. Die eine hatte mal was über die andere zur dritten gesagt; die andere hatte mal was über die dritte zur Tante gesagt; die dritte hatte was über die beiden anderen zu den ehemaligen Schulfreundinnen gesagt.

Mir war ganz wirr im Kopf, als sie mir das erzählten: Eine sagt etwas über eine andere - aber miteinander reden?!? Nein! Also beileibe nicht! Und wenn man so was dann über tausend Kanäle – die natürlich alle nur das Beste wollen... – erfährt, dann tut das weh. Aber die andere zur Rede stellen? Fragen, wie das nun gemeint war? Aber nein! Doch keine Blöße geben. Da werden doch lieber noch die alten Kamellen rausgekramt: Wie die eine immer der anderen an den Zöpfen gezogen hat, damals; was die andere für verquere politische Ideen hatte, damals; wie die dritte niemals was rausgerückt hat, damals: weder Klamotten, noch Schokolade, noch sonst was. Zehn Jahre ist das so gegangen.

Dann hatte die Tochter der ältesten der Schwestern beschlossen zu heiraten und wollte partout ihre beiden Tanten – also die drei Schwestern bei der Hochzeit dabeihaben. Also haben sie sich getroffen. In einem Café. Und irgendwie war es allen ganz unangenehm. Alle drei haben sich auf einmal ganz furchtbar dafür geschämt, was sie so alles über die anderen beiden erzählt haben. Gut, es hat einige Stückchen Torte und viele Tassen Kaffee gedauert, aber dann sind sie sich wieder ganz langsam und vorsichtig näher gekommen.

Das 9te Gebot lautet „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ – und irgendwie hat es recht.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Andacht vom 11. Mai 2020

 

Mit dem „Geist der Liebe“ im Schwimmbad

„Geist der Liebe“ stand auf dem Buch, in orangefarbenen großen Buchstaben auf rotem Grund. „Geist der Liebe“, das war der Titel eines der ersten theologischen Bücher, die ich gelesen habe. Es war Sommer und sehr heiß, als ich beschloss, dieses Buch im Freibad zu lesen. Der Umschlag war mir allerdings extrem peinlich. Genau das war es: Eine junge Frau, die mit einem Buch ins Freibad geht, auf dem steht „Geist der Liebe“. Das war eine plumpe Einladung: „Hallo, ich bin alleine! Hier ist noch Platz auf meiner Decke.“ Also was tun? Ein Packpapierumschlag! Der war die Rettung, er verbarg den „Geist der Liebe“ vor den Augen irgendwelcher Mitleser.

Das Wort Liebe bekommt ja, je nachdem wo und von wem es ausgesprochen wird, einen unterschiedlichen Sinn. Wenn man das Wort Liebe draußen, im Freibad hört, meint es soviel wie Leidenschaft, Glück, selige Kopflosigkeit. Menschenliebe – das ist eine so eindeutig zweideutige Angelegenheit, weil sich in ihr – wie der Dichter sagt, Tier und Gott im Menschen auf wundersame und harmonische Weise begegnen.

In kirchlichen Räumen hat Liebe dagegen nichts Aufregendes, vielmehr einen Beiklang von leicht Verstaubtem, Gutmütigem, Weltfremdem, einen Beigeschmack vom obligatorischen Früchtetee kirchlicher Einrichtungen. Gottesliebe - sie regt nicht auf und macht nicht schlaflos, im Gegenteil. 

Obwohl: Beide, die Gottesliebe und die Menschenliebe, hören auf das Wort Liebe. Aber: Können die beiden miteinander überhaupt verwandt sein? Sie können nicht nur, sie sind es. Das jedenfalls war meiner Schwimmbadlektüre, dem „Geist der Liebe“ zu entnehmen, in dessen Zentrum das Johannesevangelium, dem Liebesevangelium, steht.

Das Erste im Johannesevangelium ist die Liebe von Vater und Sohn, die innergöttliche Liebe. Gott will nicht nur mit sich allein sein. In seiner Liebe schafft er sich ein Gegenüber. Das ist gerade so, als wenn Gott gesagt hätte: „Hier ist noch Platz auf meiner Decke!“ Er selbst braucht jemanden, der von ihm geliebt wird und der sich geliebt weiß. Und diese Liebe von Vater und Sohn wird ausgeweitet „Ein neues Gebot gebe ich euch: dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit ihr euch liebt“, sagt Jesus in diesem Evangelium. Jesus Christus, Gottes geliebter Sohn, ist im „Geiste der Liebe“, im allumfassenden, liebevollen Miteinander der Menschen bei ihnen, ganz egal, ob sie gerade in der Kirche sitzen oder im Schwimmbad liegen.

Das Buch „Geist der Liebe“ trägt heute keinen Pappendeckel mehr. Ich würde es auch so ins Freibad mitnehmen. Aus Altersweisheit, denn: Der Liebe braucht man sich nirgends schämen, nicht im Schwimmbad, nicht in der Kirche. 

Bleiben Sie gesund und behütet!

Predigt vom 10. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

3. Sonntag nach Ostern, Kantate

Bibel-Online 
2. Chronik 5, 2–5, 12–14
Das zweite Buch der Chronik
Einweihung des Tempels

Andacht vom 9. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 8. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 7. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 6. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 5. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 4. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 3. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Bibel-Online 
Johannes 15,1-8
Das Evangelium nach Johannes

Andacht vom 2. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 1. Mai 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 30. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 29. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 28. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 27. April 2020

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 26. April 2020

Pfarrerin Bartel

Bibel-Online 
1 Petrus, 2
Der erste Brief des Petrus

Andacht vom 25. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 24. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 23. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 22. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 21. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 20. April 2020

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 19. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 18. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 17. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 16. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 15. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 14. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 13. April 2020

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 12. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 11. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 10. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 9. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 8. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 7. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 6. April 2020

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 5. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 4. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 3. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 2. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 1. April 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 31. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 30. März 2020

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 29. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 28. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 27. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 26. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 25. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 24. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 23. März 2020

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 22. März 2020

Pfarrerin Bartel

 Bibel-Online

Jesaja 66,10-14
Heil und Gericht

Andacht vom 21. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 20. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 19. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 18. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 17. März 2020

Pfarrerin Bartel

Andacht vom 16. März 2020

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 15. März 2020

Pfarrerin Bartel

 Bibel-Online

Lukas 9, 57
Vom Ernst der Nachfolge 

Predigt vom 23. Februar 2020

Pfarrerin Bartel

 

 

Predigt vom 19. Januar 2020

Pfarrer i.R. Fingerle

Bibel-Online

Jeremia 14
Die große Dürre

Predigt vom 1. Januar 2020

Pfarrerin Bartel

 

 

Predigt vom 31. Dezember 2019

Pfarrerin Bartel

 

 

Predigt vom 8. Dezember 2019

Pfarrerin Ellenberger

Bibel-Online

Lukas 21, 25 - Das Kommen des Menschensohns

Predigt vom 10. November 2019

Pfarrerin Bartel

Bibel-Online

Der zweite Brief des Paulus an die Korinther

Predigt vom 3. November 2019

Pfarrer Dullstein

Bibel-Online

Johannes-Evangelium, 5. Kapitel
Die Heilung am Teich Betesda

Ansprache bei der geistlichen Abendmusik vom 20. Oktober 2019

Ansprache bei der geistlichen Abendmusik

von Pfarrerin Bartel

 

 

Predigt vom 13. Oktober 2019

Pfarrer i.R. Fingerle

Bibel-Online

Die Apostelgeschichte des Lukas 
Der Tod des Jakobus und die Befreiung des Petrus

Erntedank-Predigt vom 6. Oktober 2019

Erntedank-Gottesdienst mit Pfarrerin Bartel.

Das alte Lied „Aus meines Herzens Grunde“ von Georg Niege (1592) ist Teil der Predigt zu Erntedank.

"Brot für die Welt" hat dem Lied einen neuen Text verpasst, welcher auf die Misstände der heutigen Zeit aufmerksam macht. Der Text zu diesem Lied kann unter folgendem Link nachgelesen werden.

"Die Ernte niemals endet"

Predigt vom 29. September 2019

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 22. September 2019

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 15. September 2019

Pfarrerin Bartel

Predigt vom 11. August 2019

Predigtgottesdienst mit Pfarrer Jörg Schweizer.
St. Andreas ist zu Gast in Jubilate.

Predigt vom 4. August 2019 zum Abschluss der KiWo

Die Predigt wird vom KiWo-Team gestaltet und handelt vom Zöllner Zachäus.

Bibel-Online:
Zachäus, Lukas 19

Wikipedia:
Zachäus

Predigt vom 28. Juli 2019

Pfarrerin Bartel

Predigt beim Nordraumgottesdienst.

Predigt vom 7. Juli 2019

Pfarrer i.R. Fingerle

Bibel-Online
Der erste Brief des Paulus an Timotheus

Predigt vom 30. Juni 2019

Ökumenischer Gottesdienst am Stadtteilfest auf dem Dresdner Platz,
mit Pfarrerin Bartel und Diakon Hummler

 

 

Predigt vom 16. Juni 2019

Pfarrerin Bartel

Bibel-Online 
Der zweite Brief des Paulus an die Korinther

 

 

Predigt vom 12. Mai 2019

Pfarrerin Bartel

 

 

Predigt vom 28. April 2019

Pfarrerin Bartel

Bibel-Online
Das erste Buch der Könige, 19  (Elia am Horeb)

 

 

Predigt vom 14. April 2019

Pfarrerin Bartel

Rezension des Buchs "Emil und Karl" von Yankev Glatshteyn bei Perlentaucher.de.

 

 

Predigt vom 7. April 2019

Pfarrerin Bartel

 

 

Predigt vom 31. März 2019

Pfarrerin Bartel

Bibel-Online 
2. Mose, 16

Predigt vom 10. März 2019

Pfarrerin Bartel

Bibel-Online 
Der Brief an die Hebräer 4,14

Predigt vom 24. Februar 2019

Pfarrerin Bartel

Bibel-Online 
Apostelgeschichte 16
Das Wirken des Paulus in Philippi

Wikipedia
Philippi
Um 49/50 n. Chr. gründete der Apostel Paulus mit Silas in Philippi die erste christliche Gemeinde.

Predigt vom 17. Februar 2019

Prädikant Simon

Bibel-Online
Das Buch Kohelet

Predigt vom 27. Januar 2019

Pfarrer i.R. Fingerle

Bibel-Online
2. Mose 3 
Das zweite Buch Mose (Exodus) - Moses Berufung