Orschel-Hagen-Brief April - Mai 2019

Liebe Leserinnen und Leser
10 Jahre Ehrenamtlicher Mesnerdienst
Café Willkommen beendet
Viktoria Vieler ist unsere neue Pfarramtssekretärin
Kirchenwahl am 1. Dezember
Warum bin ich Kirchengemeinderat und warum kandidiere ich erneut?'
Konfiausflug

Liebe Leserinnen und Leser

erinnern Sie sich? Als Kind in den dunklen Keller zu gehen, um für die Mutter etwas zu holen, ein Glas mit eingemachten Gurken vielleicht oder ein paar Kartoffeln? Das Wissen, dass da unten nichts sein würde, wovor man Angst haben müsste – und trotzdem bebten die Hände, als Sie den Schalter für die schwache Glühbirne betätigten, die da unten die Finsternis ein wenig erhellen würde. Und trotzdem zitterten die Knie, als Sie langsam, Schritt für Schritt die Treppe hinabstiegen. Welche Freude, als Sie wieder oben waren, das Gewünschte bei der Mutter abgeben konnten, den Dank empfingen, vielleicht auch das Lob für Ihren Mut.

Und erinnern Sie sich? Der erste Schultag, an der Hand des Vaters auf dem Schulhof stehen, die noch unbekannten Schulkameraden rundherum, jeder sah mutiger und fröhlicher aus als Sie? Die Tränen, die hinter den Augenlidern nur darauf warteten hervorzutreten, um Sie ein für alle Mal lächerlich zu machen vor allen, weil Sie als Einziger weinten, während sich die anderen freuten? Wie erleichtert verließen Sie die Schule an diesem ersten Tag, nach der ersten Stunde, vielleicht schon mit einem ersten Freund oder einer ersten Freundin, die Ihnen über die schweren Minuten geholfen hatten – und der auch Sie wichtig gewesen waren?

Erinnern Sie sich noch an die Pfingstgeschichte? Die alte Erzählung davon, wie der Geist Gottes Menschen Mut macht, die ohne Mut und Hoffnung waren. Die geglaubt haben, es ist alles aus, Jesus ist tot, nichts mehr zu machen, kein Heiland mehr, kein Glaube, der tiefste Tiefpunkt, Trauer um das Vergangene, Angst vor der Zukunft. Genau dahin schickt Gott seinen Geist. Einen Geist, der Mut macht und Hoffnung, einen Geist, der vom Leben erzählt.

Nicht alles wird gelingen. Niemals im Leben gelingt alles, das wissen Sie genauso gut wie ich. Doch wenn ich die Angst überwinde, losgehe, es wage, dann geschieht etwas mit mir. Gottes Geist. Und vielleicht wirkt der Geist Gottes durch mich auch auf andere. Auf jeden Fall nimmt Gottes Geist in mir Wohnung, lässt mich nicht allein, macht mir Mut. Das hat er mir versprochen, Jesus hat mir das versprochen.

Gott verlässt mich nicht, er bleibt mir treu. Er tröstet mich. Das ist das große Pfingstversprechen, daran können wir uns halten.

Gehen Sie beschwingt und zuversichtlich in diesen Sommer, möge der Geist Gottes mit und in Ihnen sein!

Ihre Pfarrerin Bartel

Sie haben bzw. hatten sehr viel für uns übrig

10 Jahre Ehrenamtlicher Mesnerdienst

Im Juni 2009 ist unser angestellter Mesner in seinen Ruhestand gegangen. Da wegen der von der Gesamtkirchengemeinde beschlossenen Gebäudekonzeption die Jubilategemeinde zu erheblichen Einsparungen gezwungen war, haben sich zwischen Juni und September 2009 zehn Gemeindeglieder bereit erklärt, die Vorbereitung und Begleitung von Gottesdiensten ehrenamtlich zu übernehmen. Fünf weitere Gemeindeglieder haben sich als Team bereit erklärt, für die Gestaltung des Kirchenraums bei besonderen Anlässen und den Blumenschmuck zu sorgen.

Bereits im Protokoll des zweiten Mesnertreffs am 16.9.2009 konnte festgestellt werden: „Ich meine, die ersten 3 Monate unserer ehrenamtlichen ‚Mesnerei‘ sind uns sehr gut gelungen, obwohl noch nicht alle Details vollständig geklärt und einige Teams noch nicht vollständig besetzt waren. In dieser Zeit haben wir sehr schnell dazugelernt und unsere Teams weiter vervollständigen und die Aufgaben sauberer definieren können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nun einen recht stabilen Zustand der ehrenamtlichen Mesnerei erreicht haben, der auch in der Zukunft tragen wird und einen signifikanten Beitrag zur Erhaltung unserer Jubilate-Kirche leisten wird.“

Mittlerweile haben wir in 24 Mesnertreffs unsere Erfahrungen austauschen, anfängliche Schwächen und Unsicherheiten beheben und geeignete Hilfsmittel für den Mesnerdienst entwickeln können. Auch wenn altersbedingt oder durch Wegzug Teammitglieder ausgeschieden sind, konnten immer wieder neue dazu gewonnen werden: Im Mai 2019 hatte das Team zur Vorbereitung und Begleitung von Gottesdiensten neun Mitglieder, das Blumenschmuck-Team sechs Mitglieder.

Allen diesen Menschen ist die Jubilategemeinde außerordentlich dankbar, haben sie durch ihren Dienst in den 10 Jahren doch ganz erheblich zur Erhaltung unserer Jubilatekirche beigetragen.

Wenn Sie Interesse haben, in einem der Teams mitzuarbeiten, können Sie sich gerne an den Team-Koordinator Herrmann oder das Pfarramt wenden. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf Seite 11 des Orschel-Hagen-Briefs.

Café Willkommen beendet

Rückblickend war der „Café-Betrieb“ ein Projekt guter Zusammenarbeit mit mancherlei Erfolgen, mancher Mühseligkeit und vielen gemütlichen Treffen und dem letzten Abschiedstreffen im Mai. Nachdem Bakary, der zuletzt einzige, treue Gast nun auch in eine Arbeit vermittelt werden konnte, scheint der Bedarf erst einmal befriedigt zu sein. Außerdem wird die Unterkunft in der Roanner Straße geschlossen, die letzten Bewohner werden nach Degerschlacht umziehen.

Herzlichen Dank allen, die dieses Projekt durch ihre ehrenamtliche Arbeit getragen haben!

Viktoria Vieler ist unsere neue Pfarramtssekretärin

Wir freuen uns sehr, dass wir Viktoria Vieler (links) für unser Pfarrbüro gewinnen konnten. Am 30. April hat Margret Sikeler ihr das Pfarrbüro übergeben.

Viktoria Vieler ist ausgebildete Industriekauffrau und hat an verschiedenen Stellen Erfahrungen in Verwaltungsaufgaben und Datenverarbeitung gesammelt.

Sie ist 1980 in Ordschenikidse in Russland geboren und 1990 mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Seit 1992 wohnt sie - mit einer kleinen Unterbrechung - in Orschel-Hagen - zuerst bei ihren Eltern in der Nürnberger Straße, mittlerweile mit ihrem Mann und ihren beiden 6- und 11-jährigen Söhnen in der Heilbronner Straße.

Die Jubilategemeinde ist ihr nicht unbekannt: 1995 wurde sie von Pfarrer Odenwald in der Jubilatekirche konfirmiert, im Jahr 2010 hat sie die Krabbelgruppe unserer Gemeinde geleitet.

Wir wünschen Viktoria Vieler einen guten Start und rasche Eingewöhnung in ihre neue Aufgabe, anhaltende Freude an der Arbeit mit und bei uns und vor allem Gottes guten Segen.

Dr. Martin Willmann

Kirchenwahl am 1. Dezember

Wissen Sie, welche Funktion der Kirchengemeinderat hat und welche Aufgaben die Kirchengemeinderätinnen und -räte übernehmen? Der Kirchengemeinderat hat beschlossen, die derzeit Gewählten im Orschel-Hagen- Brief zu Wort kommen zu lassen. Und natürlich können Sie bei Interesse an einer Beteiligung persönlich nachfragen.

Warum bin ich Kirchengemeinderat und warum kandidiere ich erneut?

Vor 5 Jahren hat mich unsere damalige Pfarrerin Denneler gefragt, ob ich bereit wäre, im KGR für die Gemeinde mitzudenken und mitzuarbeiten. Ich habe gerne zugesagt und bin dann auch gewählt worden. Ich war zunächst mehr als erstaunt, wie viele „Zuständigkeiten“ sich auftun, in wie vielen Fragen der Kirchengemeinderat mit überlegt und entscheidet, sowohl auf der Ebene der eigenen Gemeinde als auch für die Gesamtkirchengemeinde.

Unsere Sitzungen sind einmal im Monat, und trotz unserer vielen sonstigen Termine schaffen wir es fast immer, vollzählig zu sein. Außerdem sind wir in unterschiedlichen Gremien, wie z.B. dem Ökumene-Ausschuss, dem Festausschuss, dem Liturgie-Ausschuss, dem Ausschuss für Kirchenmusik, dem Arbeitssicherheits- Ausschuss etc., in denen wir die konkreten Aufgaben miteinander planen und organisieren.

Wir diskutierten viele Themen miteinander, z.B. wie wir das Projekt „faire Gemeinde“ für Jubilate attraktiv machen können. Und wir haben es geschafft, das Label als eine der ersten Kirchengemeinden in Reutlingen verliehen zu bekommen.

„50 Jahre Jubilate“ durften wir feiern!

Intensiv hat uns in dieser Legislatur-Periode die Suche nach einer neuen Pfarrerin beschäftigt. Über Gelder musste entschieden werden, Feste waren vorzubereiten, Fragen der Gottesdienstordnung waren zu beratschlagen. Nicht zuletzt haben Kirchengemeinderäte auch ihre Aufgabe als Lektor und beim Zählen dr Kollekte.

Kirchengemeinderäte arbeiten miteinander und mit der Pfarrerin eng zusammen und haben ein offenes Ohr für die Anliegen der Gemeinde. Jede und jeder hat Freiräume, sich dabei seine spezifischen Aufgaben zu suchen und seine Kompetenzen einzubringen. Mir machen diese interessanten Aufgaben immer wieder Freude!

Am 1. Advent sind Neuwahlen und ich bin gern bereit, erneut zu kandidieren. Ich wünsche mir wieder ein Gremium, das gut zusammenarbeiten kann und unsere Jubilate-Gemeinde weiterbringt.

Rolf-Dieter Nerz

Konfiausflug

Wir, die Konfis der Jubilatekirche Orschel-Hagen, und die Konfis der Katharinenkirche sind am 3. April 2019 um 9 Uhr ins Bibelmuseum „Bibliorama“ mit dem Zug von Reutlingen nach Stuttgart gefahren. Angekommen um 10 Uhr, wurden wir von Herr Stephan empfangen. Zuerst gab es eine Einführung, dann teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Wir machten uns auf, wurden durch das Museum circa 50 Minuten geführt und bekamen viele Informationen mit. Als erstes wurde uns etwas über Abraham und die Versprechungen Gottes erzählt. Danach ging es weiter mit den 10 Geboten und Mose, dann mit König David. Wir durften in der Abteilung König David auch ein Instrument aus einem Widderhorn spielen – na ja, zumindest haben wir es versucht. Von König David ging es zum Neuen Testament, zur Mutter Maria und Jesus. Als wir darüber gesprochen haben, ging es auf die hohe See mit Petrus.

Danach durften wir noch eine halbe Stunde lang frei rumlaufen und uns umsehen.

Im Allgemeinen war es ein gelungener Ausflug, von dem wir viel mitnehmen konnten.

Luca und Finn