Orschel-Hagen-Brief Dezember 2019 - Januar 2020

Liebe Leserinnen und Leser
Kirchenwahl am 1. Dezember - am 1. Advent ist es so weit
Winterkirche 2020
Maria Magdalena (Fortsetzung)
Jesus liebt Trans*
Erste Goldene Konfirmation in Jubilate
Konfi-Nacht in der Kirche

Liebe Leserinnen und Leser

Nele und Tante Betsi sind gerade aus der Kirche gekommen. Sie haben sich das Krippenspiel angesehen. Nele ruft: „Du, Tante Betsi, der Name ‚Jesus‘ bedeutet: Gott rettet. Wusstest du das?“ – „Nein, das wusste ich nicht. Wen rettet er denn?“ – „Er rettet dich und mich. Mama sagt: ‚Jesus ist der König der Herzen.‘ Das ist ein König, der keine Kriege führt, sondern er will Frieden für alle Menschen.“

Tante Betsi macht große Augen über die kleine Predigt von Nele. Dann fragt sie: „Es passiert aber doch so viel Schlimmes in der Welt. Ist Jesus da wirklich unser Friedenskönig?“ – „Ja“, sagt Nele und guckt Tante Betsi fest in die Augen: „Ich glaube das. Ich kenne ein paar Geschichten von Jesus. Aus der Kinderkirche. Und aus der schönen Kinderbibel zuhause. Zum Beispiel war da mal eine Frau, die hat was getan, worüber sich andere sehr aufgeregt haben. Die fanden das so schlimm, was sie getan hatte, dass sie diese Frau mit Steinen totschlagen wollten. Jesus fand es auch nicht in Ordnung, was sie getan hatte. Aber Jesus ist dazwischengegangen und hat gerufen: ‚Wer von euch noch nie einen Fehler gemacht hat, der soll den ersten Stein auf sie werfen.‘ Und was ist passiert? Keiner hat geworfen. Keiner. Auf einmal haben sie sich geschämt und sind weggegangen. Sie hatten nämlich alle schon mal was Verbotenes getan. Alle. Da war die Frau frei. Jesus hat sie gerettet. Das war schlau von Jesus, oder? Keiner hat der Frau mehr was getan. Und so soll es doch sein, dass keiner den anderen erschlägt, oder?“

Tante Betsi nimmt Nele ganz fest in den Arm: „Nele, du hast recht – wir sollen uns mehr einmischen. In der Geschichte mit der Frau ist Jesus einfach da und versteckt sich nicht. Er mischt sich ein, trifft die Sache in ihrem Kern und löst damit die Anspannung auf. Ganz ohne Gewalt. Und es funktioniert. Er bringt Frieden. Und wir können das auch. Das ist Liebe. Mensch, Nele, spannend!“ Tante Betsi nimmt Nele in den Arm und wiegt sie sanft hin und her und singt: „Meine Hoffnung und meine Freude. Meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“

Ich wünsche uns allen eine besinnliche Adventszeit und ein Weihnachtsfest voller Liebe und Frieden!

Kommen Sie und Ihre Lieben gut ins neue Jahr!

Ihre Pfarrerin

Kirchenwahl am 1. Dezember - am 1. Advent ist es so weit

Außer der Landessynode wird auch das Leitungsgremium unserer Gemeinde - unser Kirchengemeinderat - neu gewählt. Bereits in den letzten drei Ausgaben des Orschel-Hagen-Briefs haben wir Sie über verschiedene Aspekte der Kirchenwahl informiert.

Nachdem wir noch in der letzten Ausgabe davon ausgegangen waren, dass 8 Mitglieder zu wählen wären und wir erst 5 Kandidaten hatten, ist diese missliche Situation erfreulicherweise ausgestanden. Zwischenzeitlich hat der Kirchengemeinderat eine Verkleinerung seiner Mitgliederzahl auf 7 beschlossen. Diese Zahl haben wir erreicht, da noch zwei weitere Gemeindeglieder ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt haben. Wir sind allen Kandidierenden sehr dankbar für ihre Bereitschaft, eine Leitungsfunktion und damit auch Verantwortung für unsere Jubilategemeinde zu übernehmen.

Wie geht die Wahl vonstatten?

Sie haben in den letzten Wochen einen Umschlag mit Wahlunterlagen bekommen. Sie haben zwei Möglichkeiten, sich an der Wahl zu beteiligen:

Sie können am 1. Dezember zwischen 14 Uhr und 18 Uhr mit den zugesandten Wahlunterlagen persönlich in unser Gemeindehaus kommen und dort im Konfirmandenraum Ihre Wahlzettel in die Wahlurne werfen. Das bietet Ihnen auch die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen im Rahmen unseres musikalischen Gemeindenachmittags zusammen mit anderen Gemeindegliedern einen schönen und geruhsamen Nachmittag zu erleben.

Die zweite Möglichkeit besteht in einer Briefwahl. Sie können die ausgefüllten Stimmzettel im verschlossenen Wahlumschlag zusammen mit dem unterschriebenen Wahlausweis in den Briefwahlumschlag stecken, diesen verschließen und bis zum 1. Dezember um 18:00 Uhr in den Briefkasten unseres Pfarrbüros werfen.

Für die Wahl unseres Kirchengemeinderats (rötlicher Wahlzettel) haben Sie insgesamt 7 Stimmen, die Sie auf die 7 Kandidaten verteilen können, die sich in diesem Wahl-Flyer vorstellen. Sie können einzelnen Kandidaten auch zwei Stimmen geben, solange die Stimmenzahl 7 nicht überschritten wird. Wenn Sie Fragen haben oder Hilfe benötigen, helfen Ihnen das Pfarramt oder am Wahltag die Helferinnen und Helfer im Wahllokal gerne weiter.

Wie geht es nach der Wahl weiter?

Am 2. Advent werden im Gottesdienst die neuen Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte bekannt gegeben.

Am 4. Advent werden im Gottesdienst die neuen Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte in ihr Amt eingeführt.

Die konstituierende Sitzung des neuen KGR ist geplant für den 7. Januar 2020 mit Wahl der/des Vorsitzenden und der Mitglieder in Gremien von Jubilate und Gesamtkirchengemeinde.

Dr. Martin Willmann

Winterkirche 2020

Wie es in den letzten Jahren mittlerweile zur Jubilate-Tradition gehört, feiern wir unsere Gottesdienste auch im Jahr 2020 zwischen Neujahr und Palmsonntag in der Winter-kirche: Die Neujahrs-Andacht am 1. Januar findet noch in der Jubilatekirche statt, dann feiern wir unsere Gottesdienste bis zum 29. März im Saal des Gemeindehauses. Der Gottesdienst am 5. April findet dann wieder in unserer Jubilatekirche statt.

Maria Magdalena (Fortsetzung)

Die Vorbereitungen auf den Theatergottesdienst an Karfreitag 2020 gehen weiter. Wie bereits ausführlich im vorigen OH-Brief beschrieben, laden Anette Nußbaum und Pfarrerin Silke Bartel zum Gespräch über diese biblische Gestalt ein und freuen sich auf einen regen Austausch!

Die Treffen finden jeweils mittwochs um 19:45 Uhr im Gemeindehaus statt:
• 11. Dezember 2019
• 15. Januar 2020

"Jesus liebt Trans

Vortrag von Klaus-Peter Lüdke

Am 23. Januar - 19:30 Uhr im Gemeindehaus

Klaus-Peter Lüdke ist Pfarrer einer Kirchengemeinde im Schwarzwald. Und er ist Vater einer Tochter, die eigentlich ein Sohn ist. Darüber hat er ein kleines, sehr mutiges Buch geschrieben: „Jesus liebt Trans* - Transidentität in Familie und Kirchengemeinde“.

Ich finde das Buch sehr mutig, weil das Thema in unserer Gesellschaft, aber vor allen Dingen in den Kirchen sehr schwierig ist. Viele wollen mit diesem „Genderzeug“ nichts zu tun haben. Aber ob wir es nun wollen oder nicht, die Realität ist bunt. Als Vater war es klar, er steht zu seinem Kind, will begreifen, lernen, seinem Kind beiseite stehen, es begleiten – und lieben. Egal was.

Als Pfarrer und Christ wendet er sich der Bibel zu. Was er in der Bibel findet? Liebe. Und Freiheit. Wir Menschen haben die Freiheit, Liebe zu leben. Unseren Mitmenschen mit Liebe zu begegnen, mit Treue und Vergebungsbereitschaft. Und diese Liebe gilt allen Menschen, welchen Geschlechts oder welcher sexuellen Orientierung auch immer sie sein mögen. Dieser tiefe Glaube an die Liebe Gottes zu seinen bunten Menschenkindern zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.

Mich hat dieses Büchlein tief berührt. Da kämpft ein Vater für seinen Sohn und da kämpft ein Pfarrer für seinen Glauben. Aus Liebe. Aus Liebe zu seinem Sohn und aus Liebe zu Gott. Und findet Liebe und Freiheit.

Silke Bartel

Erste Goldene Konfirmation in Jubilate

1968 gab es die erste Konfirmationsfeier in der damals noch ganz neuen Jubilate-Kirche. Letztes Jahr war aber unsere Pfarrstelle vakant, sodass wir dieses Jahr mit den beiden Konfi-Jahrgängen 1968 und 1969 gemeinsam das erste Mal Goldene Konfirmation feierten. Sonntag, 27. Oktober 2019, war deshalb für die Jubilate-Kirchengemeinde ein ganz besonderes Fest.

Von damals 133 Konfirmandinnen und Konfirmanden in den beiden Jahrgängen kamen fast 20 zur Goldenen Konfirmation. Pfarrer i.R. Dr. Brandt, 1968 als Vikar mit dabei, hatte uns ein Grußwort geschrieben. Und Pfarrer i.R. Rücker, als Vikar 1969 mit dabei, kam aus Sindelfingen und hielt die Predigt im Festgottesdienst.

Nach dem Gottesdienst gab es beim Kirchenkaffee einen Sektempfang für die ganze Gemeinde. Die „Goldenen Konfirmanden“ konnten dann bei einem Mittagessen ihre Erinnerungen austauschen. Pfarrer Brandts Satz „… Dazu gehört ein Nachdenken über Ihren Weg als Christenmenschen, an dem die Konfirmation als ein Wegzeiger steht …“ hat dem Tag eine gute Überschrift gegeben und wurde durch den Segen, den wir bei diesem Festgottesdienst empfangen haben, bestärkt und unterstrichen.

Rolf-Dieter Nerz

Konfi-Nacht in der Kirche

Am Donnerstag, 30.10.2019, organisierte die Jubilatekirche eine Übernachtung, die von 19 Uhr bis 7 Uhr ging. Wir waren neun Konfirmanden und zwei Betreuer. Der Plan war, in dieser Zeit das Neue Testament durchzulesen. Jeder las in einer Reihenfolge eine Viertelstunde. Das war eine harte Zeit, doch zwischendurch aßen und tranken wir zusammen. Um 2 Uhr nachts fing ich an müde zu werden. Doch wir haben alle durchgehalten. Zwischendurch gingen wir mit dem Hund Nurit raus. So haben wir es geschafft. Müde, aber geschafft. Am Ende frühstückten wir und gingen frohen Mutes nach Hause.

Andreas Hoffmann