Orschel-Hagen-Brief August - September 2019

Liebe Leserinnen und Leser
Neues vom Förderverein
Kirchenwahl (Fortsetzung)

Liebe Leserinnen und Leser

Fiese Gefühle – ein unangenehmes Thema. Wer hat schon gerne fiese Gefühle? Wer mag es, neidisch zu sein? Wer bleibt cool, wenn das Gegenüber zornig wird? Fiese Gefühle sind unangenehm – sowohl bei mir selber als auch bei anderen.

Auf der anderen Seite muss man einfach mal demütig zugeben: fiese Gefühle gehören zum Menschsein dazu. Wir empfinden Freude und Gier, wir lachen über einen guten Witz und sind wie gelähmt, wenn uns etwas Angst macht. All diese Gefühle, die schönen und die weniger schönen, machen uns aus. Aber darüber sprechen?! Puh, lieber nicht. Es ist doch zu unangenehm, über sowas zu reden, darüber, dass man sich manchmal richtig schämt, dass man dann doch auch dieses Gefühl kennt, manchmal die Größte sein zu wollen, auch wenn das auf Kosten anderer geht. Oder auch, dass man mal andere richtig fies abwertet und abkanzelt oder sehr wohl richtig hinterlistig und gemein sein kann. Sicherlich, wir haben als Erwachsene gelernt, fiese Gefühle im Griff zu halten, sie zu übertünchen, zu lächeln und gleichzeitig so richtig schön fies zu sein. Aber das muss man doch jetzt echt nicht zum Thema machen, oder?

Wir Pfarrerinnen und Pfarrer von Altenburg über Sickenhausen, Rommelsbach, Sondelfingen, Oferdingen und Wannweil bis nach Orschel-Hagen haben gedacht: doch, wollen wir. Einmal über fiese Gefühle reden, eben weil sie zum Leben gehören und zu uns. Und so laden wir herzlich diesen Sommer zu unserer Sommerpredigtreihe ‚Fiese Gefühle’ ein. Keine Angst, Sie müssen sich dafür nicht einmal auf den Weg machen – wir kommen zu Ihnen in die Gemeinden! Am Sonntag, 11. August, predigt Pfarrer Jörg Schweizer aus Degerschlacht über Geltungsgier und Größenwahn bei uns in der Jubilatekirche Orschel-Hagen. Am Sonntag, 1. September, predigt Pfarrerin Waltraud Mohl aus Sondelfingen bei uns über Eifersucht und am Sonntag, 8. September, Pfarrer Thomas Soffner aus Sondelfingen über Zorn. Die Predigtreihe schließe ich am Sonntag, 15. September, zum Thema Scham in Jubilate ab.

Wer neugierig geworden ist auf weitere Predigtthemen (Neid, Rachegelüste, Gier, lähmende Angst, Hinterlist, Schwermut oder Hassliebe) und Lust auf Sommersonntagsausflüge in die Gemeinden der Umgebung hat, findet den gesamten Plan hier auf S.12, in unserem Schaukasten und auf unserer Internetseite www.jubilatekirche-reutlingen.de.

Wir Pfarrerinnen und Pfarrer haben sehr viel Spaß bei der Vorbereitung, und wir wünschen allen viel Spaß beim Feiern der Gottesdienste ‚Fiese Gefühle’!

Ihre Pfarrerin Bartel

Neues vom Förderverein

Neues vom Förderverein

Bei unserer diesjährigen Mitgliederversammlung am 10. April, haben wir einen neuen Schwerpunkt für den Förderverein Jubilate gesetzt.

Einstimmig wurde beschlossen, dass „ein jährlich flexibler Betrag zugunsten der Förderung eines bunten und vielfältigen Gemeindelebens, insbesondere gemeindediakonischer Projekte zur Verfügung gestellt wird. Es wird aber sichergestellt, dass die laufenden vom Förderverein zu tragenden Kosten (Verbrauchskosten) für die Jubilatekirche weiterhin übernommen werden“.

Hintergrund: Seit etwa 10 Jahren wächst die Zusammenarbeit der Jubilate-Gemeinde mit unserem evangelischen Kindergarten „Kinderwelt“ im Berliner Ring. Vielfältige Aktionen für junge Familien sind entstanden. Die Erntedank-Familiengottesdienste sind sehr gut besucht. Die jährliche Osterwerkstatt ist ein großes Begegnungsfest und wird von immer mehr Menschen besucht. Im November gibt es die Herbstwerkstatt mit Laternenumzug, die ganz ähnlich mit großem Engagement läuft. Die neue Kinderkirche entstand durch Eltern-Initiative aus dem gemeindediakonischen Projekt und findet jetzt alle zwei Wochen statt. Ein neuer Vater- Kind-Tag führte letzten Herbst ca. 15 Väter mit ihren Kindern auf die Alb zum Grillen und in die Bärenhöhle. Viele Eltern sind beim Nikolausfest beim Stockbrotbacken und der Nikolaus-Security aktiv. Eine neue Reihe „Kultur für Kinder“ wurde gestartet. Bei der Kinderwoche „KiWo“ nehmen seit Jahren immer mehr Kinder teil, die über die Projekt-Aktivitäten die KiWo für sich entdeckten.

Zweimal in der Woche ist unser Gemeindediakon Achim Wurst zu Präsenzzeiten am Eingang des Kindergartens. Er bietet niederschwellige soziale Erstberatung. Durch diese gemeindediakonischen Aktionen wird die Jubilatekirchengemeinde breiter bekannt und öffnet sich weiter. Wir unterstützen diese Arbeit künftig auch durch den Förderverein.

Ferner haben wir die Beitragsordnung wie folgt neu beschlossen (Änderung der Ziff. 4):

4. Es wird folgender Beitrag festgesetzt:

a) Regelbeitragssatz 50,- € / Jahr
b) Mindestbeitragssatz 30,- € / Jahr für Schüler, Studenten, soziale Härte
c) Der Jahresbeitrag sollte nach Möglichkeit im Lastschriftverfahren eingezogen werden.

Seit die Jubilatekirche denkmalgeschützt ist, werden die Instandhaltungskosten für das Gebäude jetzt wieder von der Gesamtkirchengemeinde übernommen. Das entlastet den Förderverein, der aber weiterhin für die Heiz- und Betriebskosten zuständig bleibt. So entstand Spielraum für eine Beitragssenkung, von der wir uns erhoffen, dass wir viele neue Mitglieder gewinnen können. Der Förderverein ist weiterhin wichtig für Jubilate, denn ein „heiles Kirchengebäude“ braucht eine lebendige Gemeinde, die es füllt und nützt! Und diese Arbeit will der Förderverein unterstützen.

Eine Bestätigung über die Zuwendung nach dem EStG wird, auch aus ökologischen Gründen, nicht mehr versandt. Seit der Einkommensteuererklärung 2017 müssen keine Belege mehr eingereicht werden, bis 200,00 € reicht der Kontoauszug als Vorlage beim Finanzamt. Sollte das Finanzamt einen Nachweis anfordern, dann wird auf Anforderung eine entsprechende Bescheinigung versandt.

Bezüglich der Dachsanierung wurde mitgeteilt, dass der Kirchengemeinderat der Sanierung aller 6 Dachflächen zugestimmt hat. Vom Oberkirchenrat ist jetzt ein Architekt beauftragt worden, sodass die Sanierung nun hoffentlich bald angegangen werden kann. Die erforderlichen Finanzierungsanteile der Jubilategemeinde sind mit den vom Förderverein bereits überwiesenen ca. 68.000 € schon erbracht.

Iris Dratz
Vorsitzende

Kirchenwahl (Fortsetzung)

Für die acht zu besetzenden Sitze in unserem Kirchengemeinderat gibt es bisher vier Kandidaten. Auch „bei Kirchens“ lebt die Demokratie vom Mitmachen. Wenn Sie sich vorstellen können, für das Leitungsgremium der Gemeinde zu kandidieren und die Geschicke unserer Gemeinde mit zu lenken, wenden Sie sich bitte an unsere Pfarrerin Silke Bartel. Bereits im letzten Orschel-Hagen-Brief haben wir eine Serie begonnen, in der sowohl ausscheidende als auch erneut kandidierende Mitglieder des Kirchengemeinderats über ihre Aufgaben und ihre Tätigkeit berichten. So können Sie sich eine Vorstellung verschaffen, wie interessant und vielfältig eine Mitarbeit im Kirchengemeinderat ist.

 

Warum bin ich Kirchengemeinderätin und warum kandidiere ich erneut?

„Was für ein Vertrauen“ – die Losung des diesjährigen Kirchentags in Dortmund hat mich angesprochen. Ich bin in der zweiten Legislaturperiode Kirchengemeinderätin und wurde durch Ihr Vertrauen gewählt – dafür bedanke ich mich sehr!

Unsere KGR-Sitzungen finden in der Regel am ersten Dienstag im Monat statt. Wir beginnen mit einer Besinnung, die auf freiwilliger Basis von einem Kirchengemeinderat odereiner Kirchengemeinderätin übernommen wird. In jeder Sitzung beschäftigen wir uns mit einem inhaltlichen Thema (z.B. dem Kinder Jubilategemeinde 5 dergarten oder der Seniorenarbeit), sodann stehen unterschiedlichste Themen auf der Tagesordnung – aktuelle Anfragen, Rückblicke, Berichte aus Ausschusssitzungen usw., eine große Themenvielfalt, die abwechslungsreiche Sitzungen mit sich bringt.

„Das Alte trägt nicht mehr, und das Neue suchen wir - und das birgt so viele Chancen“ – dieser Satz von Pastorin Sandra Bils beim Abschlussgottesdienst des Kirchentags hat mich bewegt. Genau diese Chancen sollten wir nutzen, im Vertrauen darauf, dass wir im Kirchengemeinderat eine Kirche und ein Gemeindeleben erhalten, das auch in Zukunft Menschen anspricht – als Kirchengemeinderätin kann ich daran aktiv mitwirken und das freut mich.

Ich hoffe, dass sich neue Mitglieder für den Kirchengemeinderat finden, im Vertrauen in sich selbst und im Vertrauen auf ein Gremium, das sich über neue Gesichter und neue Ideen und Vorschläge freut. Ich bin gerne Kirchengemeinderätin und kandidiere für eine 3. Legislaturperiode.

Ihre Kirchengemeinderätin
Iris Dratz

 

Warum bin ich Kirchengemeinderat und warum kandidiere ich nicht erneut?

Nach 15 Jahren, in denen ich dem Kirchengemeinderat der Jubilatekirche angehört habe, stellte sich für mich die Frage, ob ich mich wieder zur Wahl stellen möchte. Die Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, ist mir nicht leicht gefallen.

Wenn ich auf die Zeit als Kirchengemeinderat zurückblicke, dann kann ich nur feststellen, dass diese Zeit ein wichtiger und gleichzeitig schöner Lebensabschnitt war. Wichtig war er vor allem, weil man als Mitglied des Gemeinderates sich mit allen Fragen des Gemeinwesens zu befassen hatte und das Gemeindeleben mitgestalten konnte. Dies gab mir das befriedigende Gefühl, dass das, was ich tat, einen Sinn hatte. Dies gilt vor allem dafür, dass ich der Kirchengemeinde helfen konnte, einen Weg zu finden, ihr die Kirche zu erhalten, als 2005 der Gesamtkirchengemeinderat beschlossen hatte, das Kirchengebäude nicht mehr aus Kirchensteuermitteln zu finanzieren und es aufzugeben.

Schön war die Zeit nicht nur, weil die Tätigkeit ein befriedigendes Gefühl erzeugte, sondern weil die Mitarbeit im Gremium ausgesprochen freundlich, kollegial und konstruktiv war.

Ich bin aber der Meinung, dass es für ein Gemeinwesen wichtig ist, dass sich möglichst viele einbringen und sich somit als Teil der Gemeinschaft verstehen. Deshalb möchte ich nun Platz machen für andere Gemeindeglieder, die neue Ideen haben und so dem Gemeindeleben weitere Impulse geben.

Ihr Kirchengemeinderat
Waldemar Weber