Liebe Leserinnen und Leser

Gute Nachbarn sind ein Geschenk Gottes

Haben Sie Nachbarn? Was für eine Frage. Jeder hat Nachbarn. Wie ist die Nachbarschaft? Im Sommer taucht sie verstärkt auf. „Du, schau mal, der Nachbar schafft im Garten.“ Ich werde unruhig, fühle mich beim Lesen mit Kaffee und Kuchen gestört. „Du, der Nachbar schafft in unserem Garten.“ Ein Hoch auf die gute Nachbarschaft. Gute Nachbarschaft braucht keine Zäune. Wir können zusammen auch mal einen Kaffee trinken. Wir teilen uns den Kuchen, bevor wir zu den Keksen greifen, auf die wir einander gehen können. Es braucht ein wenig Geduld und Gelassenheit, wenn der Nachbar in meinem Garten schafft, während ich faul im Liegestuhl liege. Wer gute Nachbarn hat, kann ruhig schlafen, auch mittags nach dem Essen. Gar nicht mag ich allerdings, wenn er sonntags schafft.

Nachbarn hat jeder. Damit muss man klarkommen. Egal, wohin man zieht. Manche tun sich schwer damit. Am liebsten hätten sie keine Nachbarn, die über den Zaun schauen oder auch mal durch. Nachbarn, die laut sind oder einen kostenlos täglich ihre Lieblingssendung mithören lassen. Es geht auch noch schlimmer. Klagen wegen Pollenflug und Katzenhaaren. Hecke zu hoch, wohl zu klein gewachsen. Verleumdungen, Geschwätz und üble Nachrede.

Schwierig haben es manche in Reihenhäusern, wo sich Nachbarn reihenweise kreuzweise begegnen, oder in Hochhäusern, wo sie übereinander untereinander reden. Nachbarn kann man sich auch nicht aussuchen, wenn man einen Bauplatz geerbt hat. Denn in Schwaben gilt: „En Onkel, wo en Bauplatz hot, isch besser wie e Tante, wo Klafier spielt.“ Gut, wenn man jetzt im Sommer gute Nachbarn hat, die einem die Grillparty nicht versauen und die Feuerwehr anrufen wegen kurzfristig langanhaltender Rauchbildung. Besser man sitzt zusammen und teilt sich die letzte schwarz gewordene Rote. Soll ja vorkommen.

Gute Nachbarschaft braucht keine Zäune. Leicht gesagt, manchmal sind Zäune dennoch nötig, wegen irgendwelcher sonderbaren Tierhaltung oder dem Wunsch, auch mal ohne Nachbarn zu leben und zu lieben.

Mich stört aber die ständige Diskussion um neue Zäune. Einzäunen, Abgrenzen und Kontrollieren. Zusammenleben ist angesagt. Wir haben Nachbarn nicht nur nebenan, sondern auch global gesehen.

Gute Nachbarn sind ein Geschenk Gottes. Wohl dem, der gute Nachbarn hat. Nicht schlechter ist der Satz: Wohl dem, dem ich ein guter Nachbar bin. Wohl mir, wenn ich ein Geschenk Gottes bin.

Auf gute Nachbarschaft!

Ihr Pfarrer Bernd Küster

Aus dem Kirchengemeinderat

Für die kommenden großen Ferien ist mit St. Andreas wieder vereinbart, dass wir an zwei Sonntagen St. Andreas zu unserem Gottesdienst in die Jubilate-Kirche einladen und St. Andreas uns an zwei Sonntagen zur Eucharistiefeier in die St.Andreas-Kirche einlädt. Diese gut-nachbarschaftlichen abwechselnden Gottesdienstbesuche sind von beiden Gemeinden im vergangenen Jahr sehr positiv aufgenommen worden.

In memoriam

Wir sind mit unserer Nachbargemeinde St. Andreas traurig über den Tod von Pfarrer Richard Kappler, der am 28. März verstorben ist.

Pfarrer Kappler hat in den Gründungsjahren Orschel-Hagens die katholische Kirchengemeinde St. Andreas aufgebaut, parallel zum Aufbau der evangelischen Kirchengemeinde Jubilate durch Pfarrer Peter Poguntke. Er war für die Jubilate-Gemeinde ein guter Nachbar - ein Geschenk Gottes.

Förderverein Jubilatekirche

Am 18. April fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Fördervereins der Jubilatekirche statt. Bei der letzten Mitgliederversammlung konnte kein Nachfolger für den Vorsitz gefunden werden. Nach einer langen und nicht einfachen Suche hat sich Ulf Palmer bereit erklärt, als Schriftführer zu kandidieren, und die bisherige Schriftführerin Iris Dratz hat sich als Vorsitzende zur Wahl gestellt. Beide wurden gewählt.

Iris Dratz - die neue Vorsitzende des Fördervereins Der bisherige Vorsitzende Bernd Heißwolf wurde mit Dank verabschiedet. Er wird sich weiterhin um die Homepage (http://www.foerderverein-jubilatekirche.de/) kümmern.

Da die Gesamtkirchengemeinde den Gebäudeunterhalt der Jubilatekirche wieder aus Kirchensteuermitteln wesentlich mitfinanzieren wird (im selben Umfang wie andere Gebäude der Gesamtkirchengemeinde), will sich der neue Vorstand auch der Aufgabe widmen, die Gemeinde Jubilate darüber hinaus finanziell zu unterstützen.

Ab dem 25. Mai tritt die neue Datenschutzverordnung in Kraft. Der Vorstand wird rechtzeitig bis zu diesem Termin eine entsprechende Datenschutzrichtlinie verfasst haben.

Iris Dratz

Auch unser Gemeindehaus muss erhalten werden

Sie werden sich sicherlich noch gut an die umfangreichen Renovierungsarbeiten im letzten Jahr an und in unserem Gemeindehaus erinnern können:

Die Fassade, die erhebliche Schäden hauptsächlich durch Algenbefall und den Hagelsturm im Jahr 2013 aufwies, wurde neu gerichtet und verputzt. Die asbesthaltigen Dachentwässerungsrohre unter der Decke des Gemeindesaals, die im Winter gerne Schwitzwasser herunter tropfen ließen, wurden ausgetauscht und isoliert. Die Küche bekam Jalousien. Der Jungscharkeller wurde - mit großer Hilfe von Jugendlichen aus der Jubilategemeinde - grundlegend renoviert. Die aufgelaufenen Gesamtkosten betragen ca. 225.000 Euro.

Bis zur endgültigen Abrechnung der Baumaßnahmen zu Beginn des nächsten Jahres muss die Jubilategemeinde davon ca. 17.000 Euro aufbringen. Bisher sind dafür 675 Euro als Spenden eingegangen.

Einen Teil dieses Eigenanteils können wir durch Gottesdienstopfer aufbringen, die wir seit März diesen Jahres einmal im Monat für diesen Zweck erbitten dürfen.

Wenn Sie darüber hinaus für diesen Zweck spenden wollen, lautet das Spendenkonto:

Evangelische Gesamtkirchengemeinde
Kreissparkasse Reutlingen
IBAN DE 6564 0500 0000 0000 4848
BIC SOLADES1 REU
Verwendungszweck „Jubilate - Instandsetzung Gemeindehaus“

Zwei Gemeinden – eine Begegnungstradition...

...so möchte ich meinen Rück- und Ausblick auf den ökumenischen Gesprächskreis überschreiben. Als ich 2008 nach Orschel-Hagen zuzog, als immer schon ökumenisch orientierte Christin, gab es den Gesprächskreis schon lange. Zwischen 10 und 30 Christinnen und Christen der Jubilate- und St.-Andreas- Gemeinde trafen sich im Winterhalbjahr monatlich, um miteinander zu sprechen, voneinander zu lernen, Gemeinsames und Verschiedenes auszuloten, Texte zusammen zu lesen und ihnen auf den Grund zu gehen. Jeweils mindestens eine hauptamtliche Person, Pfarrerin oder Pfarrer, Priester oder Diakon kam aus den Gemeinden dazu, sodass auch exegetische und kirchengeschichtliche Fragen aus beiden konfessionellen Traditionen heraus fachtheologisch beantwortet werden konnten. Lange Zeit, bis 2013, hieß das Angebot „Ökumenische Bibelgespräche“. Jede Reihe hatte zusammenhängende Bibeltexte zum Thema.

Ab 2013 wurde ein neues Konzept ausprobiert. Über mehrere Jahre befasste sich der Gesprächskreis unter dem Titel „Zwei Kirchen – ein Gott“ direkt mit den beiden Konfessionen und der Ökumene selbst.

  • 2013/2014 „Zwei Kirchen - ein Gott“: „Kirche“, „Amtsverständnis“, „Abendmahl“ und „Liturgie“
  • 2014/2015 „Zwei Kirchen - ein Gott“: Reformation - Gegenreformation , Vatikanum II, Marienverehrung, Heiligenverehrung, Beichte, Hoffnung und Wünsche für die Ökumene
  • 2015/2016 „Zwei Kirchen - ein Gott“: Spirituelle Kirchenführung in der Jubilate-Kirche, Spirituelle Kirchenführung in der St.-Andreas- Kirche
  • 2016/17 „Eins in Christus“: die Schrift „Eins in Christus“ der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Reutlingen; „Einander begegnen - gemeinsam beten und feiern“, „Das Evangelium in die Stadt tragen“, „Gemeinsam Stellung beziehen“, „Miteinander im Gespräch sein, interreligiöse Begegnung und Dialog“

2017 beschloss dann der inzwischen entstandene Arbeitskreis Ökumene, in dem Kirchengemeinderäte/ Kirchengemeinderätinnen und die Hauptamtlichen beider Gemeinden vertreten sind, wieder eine neue Ausrichtung: Unter der Überschrift „Ökumenische Reihe zur Achtsamkeit: Verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung“ wurden für informative Vortragsveranstaltungen Referenten und Referentinnen eingeladen. An den drei Abenden ging es um den achtsamen Umgang mit Tieren, mit den eigenen Ressourcen und mit den Mitmenschen/dem fairen Handel.

In all den Jahren wurden die ökumenischen Begegnungen von je einem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst und einem ökumenischen Abschlussgottesdienst eingerahmt. Das gemeinsame Feiern und Beten beider Gemeinden in den Nachbargemeinden sollte das „Eins in Christus“ schon einmal lebendige und erfahrbare Wirklichkeit werden lassen.

Eines wurde in den vielen Jahren deutlich: Es verbindet uns viel mehr als uns trennt, im Guten und auch im Problematischen. Beide Gemeinden suchen nach Wegen, auch junge Menschen einzuladen, der Botschaft der Hoffnung Gehör zu verschaffen in unserer immer schnelleren und mit Arbeit und Ablenkungen vollgepackten Welt. Der ökumenische Gesprächskreis ist ein offener Ort, zu dem jede und jeder eingeladen ist. Man muss sich zu nichts verpflichten, kann mal reinschnuppern, mitsprechen, seine eigenen Fragen einbringen. Man darf, aber muss nicht wiederkommen, man kann zuhören oder sich einmischen, man kann Freunden und Bekannten davon erzählen und sie mitbringen.

Und für die nächste „Saison“ freuen sich beide Gemeinden über Ideen, Anregungen und Vorschläge.

Verena Nerz

Eine Maus aus gutem Haus – fair gehandelt!

Zsófia Tölgyi stellte sie uns vor.

Mit viel Engagement und Herzblut fing die kleine Firma Nager IT aus München an, eine nachhaltige, ökologische und menschwürdige Produktion aufzubauen. Unvorstellbar die Mühen, entsprechende Rohstoffe und Produzenten ausfindig zu machen!

Zsófia Tölgyi hat mit ihrer Begeisterung und dem unbedingten Willen, die Welt etwas lebenswerter zu machen, auch uns Zuhörer berührt und hellhörig gemacht. Auf jeden Fall ist die „Faire Maus“ auf dem Vormarsch, denn die Polizei in Niedersachsen bestellte im Jahr 2017 schon mal 20.000 Stück. Es bleibt zu hoffen, dass auch andere Beschaffer und nicht zuletzt Privatleute sich zum Kauf entschließen. Bei Interesse: einfach im Internet bestellen.

Gisela Tews

Theatergottesdienst

Für den Theatergottesdienst an Karfreitag 2019 konnten wir ein weiteres Mal Enrico Urbanek und Karen Schultze (beide Theater „Die Tonne“) für die Regie / Dramaturgie gewinnen.

Neu wird sein, dass alle Interessierten ab 14 Jahren zum Mitspielen eingeladen sind. Genaue Informationen dazu folgen im Orschel-Hagen Brief Oktober-November.