Liebe Leserinnen und Leser

seit 20 Jahren gibt es nun bei uns jeden Mittwoch den offenen Mittagstisch.

Wie wertvoll solche Tischgemeinschaften sind, wird an vielen Stellen unserer Bibel erzählt: Die Israeliten feiern das Passahmahl in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Jesus hat mit vielen Menschen, denen er begegnet ist, gegessen und getrunken: mit Zachäus dem Zöllner, mit den 5000 Menschen, denen er Brot und Fisch zu essen gab, mit seinen Jüngern beim Abendmahl. Überall hier ist das „Miteinander-Essen-und-Trinken“ mehr als das Stillen von Hunger und Durst, sondern es blitzt etwas auf von dem Reich Gottes, das uns verheißen ist.

Paulus sagt im Römerbrief: „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Römer 14,17).

Im Reich Gottes, das kommen wird, geht es nicht um Essgewohnheiten, sondern darum, wie wir die Gemeinschaft leben, wie wir miteinander umgehen, wo Gerechtigkeit und Friede und Freude ist.

Es ist eine heile Welt, die uns dort erwarten wird, denn das Verhältnis und die Beziehung zwischen Gott und Mensch und zwischen den Menschen untereinander ist heil geworden, so heil wie am Schöpfungsanfang der Welt, als alles noch sehr gut war. Es ist eine Welt, in der jedes einzelne Geschöpf wertvoll und geachtet ist, unabhängig von Kultur, Religionszugehörigkeit und Essensgewohnheit. Es ist eine Welt, in der alle an einem Tisch sitzen und von dem Brot essen werden, das alle satt macht, alle, nicht nur die Reichen und Begüterten. Wir sind noch nicht da, aber wir sind auf dem Weg dorthin. Hier und dort ist es schon jetzt erlebbar.

Dort, wo es schon zu spüren ist, dürfen wir es annehmen und auch feiern, so, wenn wir einander freundlich am Mittagstisch begegnen, wenn wir bei Gemeindefesten, beim Kirchenkaffee, in Gruppen und Kreisen miteinander essen und trinken. Unsere verschiedenen Tischgemeinschaften, die wir hier in Jubilate haben, können Orte sein und werden, an denen das Reich Gottes spürbar wird, das kommen wird, Orte, an denen wir die Freundlichkeit Gottes schmecken und sehen können.

Also lassen Sie uns auch in Zukunft miteinander essen und trinken im Vorgeschmack auf das Reich Gottes, in dem wir einmal alle friedlich miteinander vereint sein werden.

Wir grüßen Sie sehr herzlich

Ihre
Pfarrerin Annette Denneler
Pfarrer Ulrich Zwißler

20 Jahre Mittagstisch

Am 24. September 1997 fand zum ersten Mal ein Mittagstisch in Jubilate statt.

Im Rahmen des diesjährigen Halbtagesausflugs komme ich auf der Busfahrt mit drei Mitarbeiterinnen, Irmtraud Gonser, Heide Dangel und Ulla Dorn ins Gespräch. Frau Dangel und Frau Dorn haben neben vielen anderen Mitarbeitenden lange Jahre beim Mittagstisch mitgeholfen. Frau Gonser war von Anfang an dabei und ist mit 20 Jahren Mittagstischdienst die Dienstälteste. Insgesamt waren es seit 1997 etwa 40 Personen.

Die Damen erzählen von den Anfängen, von der Idee des damaligen Pfarrers Odenwald, so wie im Hohbuch auch in Jubilate einen Mittagstisch anzubieten, vom Probeessen bei der Firma Telekom, wo man in den ersten Jahre das Essen noch selbst mit dem Gemeindebusle abgeholt hat, von weißen Schürzen, die früher alle Mitarbeiterinnen getragen haben.

Nicht nur die weißen Schürzen sind inzwischen abgelegt worden, es hat sich auch noch manch anderes geändert. Das Essen wird von der Bruderhaus Diakonie geliefert. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer sind gerne am Mittagstisch zu Gast, vielleicht weil es jetzt auch ein Gläsle Wein zum Essen gibt. Die alten Plastiktischsets sind durch bunte Papiertischsets ersetzt worden. Die neue Küche mit der modernen Spülmaschine erleichtert das Spülen. Und manch eine, die früher selbst Mitarbeiterin war, sitzt inzwischen als gern gesehener Gast mit am Tisch.

Von Anfang an, so bestätigen die drei, war der Mittagstisch ein besonders wertvolles Angebot unserer Gemeinde, das gerne angenommen wurde. Denn hier kommen Menschen beim Essen und Trinken ganz zwanglos zusammen und lernen sich in diesen Jahren gut kennen. „Wir sind wie eine Familie“, so heißt es, eine Familie, die gemeinsam an einem Tisch sitzt. Dabei ist es seit 20 Jahren Brauch, dass wie an jedem Familientisch jeder seinen angestammten Platz hat, markiert durch ein Namenskärtle. Wenn einer fehlt, wird gleich besorgt nachgefragt, wenn es jemandem schlecht geht, nimmt man Anteil, wenn sich jemand freut, dann freuen sich alle mit.

Irmtraud Gonser, die „Altgediente“, wie sie sich selbst lachend nennt, wird sich im September nach 20 Jahren Mittagstischdienst verabschieden. „Und das tut auch weh, wenn man so lange dabei ist“, sagt sie.

Wir danken Frau Gonser sehr herzlich für ihr Engagement – wir werden die Zuverlässigkeit und ihre immer ruhige, geduldige und freundliche Art vermissen, mit der sie Gästen wie Mitarbeitenden beim Mittagstisch begegnet ist.

Annette Denneler

Renovierung der Jubilatekirche und des Gemeindehauses

Am 22. Mai gab es zum Thema Dachsanierung der Jubilatekirche einen Ortstermin mit Architekten, Landesdenkmalpflege und Kirchenpfleger. Es wurde erörtert, was saniert werden muss und was im Rahmen des Denkmalschutzes gemacht werden darf und was nicht.

Das Dach muss saniert werden, möglicherweise nur zwei Flächen, jedoch werden diese dann etwas anders aussehen, da sich die Materialien und Formate geändert haben. Als Material sind Betonfaserplatten und Aluminiumschindeln möglich, allerdings in einem anderen Format. Hier müssen vorab Muster beschafft werden, um Optik und Format mit dem aktuellen Dach zu vergleichen. Ob nur zwei oder alle sechs Flächen saniert werden, ist dann eine Frage des Denkmalschutzes und natürlich des Geldes.

Nach Aussage des Architekten sind 50 Jahre für Eternit-Schindeln auf einem Dach ein stolzes Alter. Das deutet wohl darauf hin, dass über kurz oder lang auch die restlichen vier Dachflächen ersetzt werden müssen. Auch der Innenraum der Jubilatekirche - speziell die Innenverkleidung - wurde begutachtet. Allerdings wäre eine Erneuerung der Staubschutzdecke und der Balken aktuell nicht zu bezahlen.

Die Renovierung des Gemeindehauses ist abgeschlossen. Die Hagelschäden sind behoben. Die Fassade und das Dach von Gemeindehaus und Wohnhaus wurden renoviert. Im Gemeindesaal wurden die Regenfallrohre erneuert.

Café Willkommen Orschel-Hagen

Seit einem Jahr lädt das Mitarbeiterteam zum Café Willkommen ein.

Das Café ist immer montags zwischen 17:30 und 19:30 Uhr geöffnet. Eingeladen sind die Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte der Stadt, die sich außerhalb ihrer Unterkünfte treffen wollen, Kontakt zu Einheimischen suchen oder auch Hilfe brauchen.

Das Angebot wurde zunächst etwas zögerlich angenommen, inzwischen sind jedoch in der Regel zwischen fünf und zehn Geflüchtete zu Gast. Oft sind dies Männer zwischen 20 und 30 Jahren aus afrikanischen und arabischen Ländern, z. B. aus Syrien, Irak, Somalia, Nigeria, Togo, Äthiopien, Afghanistan und Gambia.

Die Mitarbeiter/innen des Café Willkommen unterstützen die jungen Männer hauptsächlich bei den Hausaufgaben und allen schriftlichen Anfragen, die sie von den Behörden erhalten. Ansonsten gibt es viele Gespräche, z.B. über ihre Heimat, Kultur und Gebräuche, sowie Deutschunterricht und Spiele.

Wir danken den Mitarbeitenden herzlich für ihr Engagement!